Universität Basel
In Basel soll Institut die Tür Richtung China öffnen

Die Realisierung eines Konfuzius-Instituts in Basel geht voran. Die Universität Basel, an die das Institut angegliedert sein soll, sucht auf Anfang Mai einen Geschäftsleiter – und einen Standort.

Jasmin Grasser
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Der chinesische Gelehrte Konfuzius steht Pate für die Namensgebung der weltweiten Institute für chinesische Kultur und Sprache

Der chinesische Gelehrte Konfuzius steht Pate für die Namensgebung der weltweiten Institute für chinesische Kultur und Sprache

bz

«Wie immer bei wichtigen Positionen wird die Stelle öffentlich ausgeschrieben», sagt Matthias Geering, Leiter Kommunikation und Marketing der Universität Basel. Es seien bereits zahlreiche Bewebungen eingegangen. «Wir hoffen, dass wir bereits im April den Geschäftsleiter vorstellen können», sagt Geering.

Pfortenöffner in beide Richtungen

Die Institute für chinesische Kultur und Sprache sind nicht unbestritten. «Natürlich haben wir uns mit der Kritik auseinandergesetzt», sagt Geering. «Dass China Interesse daran hat, die Verbreitung der eigenen Sprache und Kultur zu fördern, ist aber legitim.»

Der politischen Dimension des Projekts sei sich die Universität bewusst. «Sollte es zu einer Situation kommen, bei der die chinesische Regierung das Institut zu einer politischen Aussage bewegen will, ist die Glaubwürdigkeit gefährdet», sagt Geering. «Diese Glaubwürdigkeit ist wichtig für die Institute, für die Universität und China selbst.» Zudem sei das Konfuzius-Institut in Basel zwar an die Universität angegliedert – aber nicht Teil davon. Den Nutzen des Institutes schätzt Geering hoch ein: «Die Bedeutung Chinas nimmt zu.» Das Institut sei eine Möglichkeit, eine Pforte in die chinesische Wirtschaft und Gesellschaft zu öffnen.

Auch der Basler Regierungspräsident Guy Morin ist erfreut über die Entwicklung des Projekts. «Dass in Basel ein Konfuzius-Institut entsteht, ist ein Teil der Städtepartnerschaft mit Schanghai», sagt Morin. Es stehe in der Verantwortung der Universität, die Qualität des Angebotes zu kontrollieren. «Die aussenpolitischen Beziehungen zu China finden auf Bundesebene statt. Was wir auf Kantonsebene machen können, ist mit solchen Angeboten den gegenseitigen Austausch zu fördern.» Ähnlicher Meinung ist Franz Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel: «Wir sind grundsätzlich in Basel gut positioniert und sollten keine Angst haben von der Macht Chinas, Sondern dieser Möglichkeit der Öffnung positiv gegenüberstehen.»

Platz wird noch gesucht

Ein Standort ist noch nicht gefunden: «Eigentlich sollte das Institut in die Schützenmattstrasse ziehen», sagt Geering. Doch als das Gebäude noch leerstand, habe man die Finanzierung nicht sicherstellen können. Man sei auf der Suche nach einer neuen Liegenschaft. «Wir brauchen rund 200 Quadratmeter, in der Nähe der Universität», sagt Geering.

Die Gelder für das Institut werden von verschiedenen Parteien gestellt. «Die chinesische Dachorganisation Hanban, die weltweit über 350 Konfuzius Institute koordiniert und als Vermittlerin auftritt, wird einen jährlichen Beitrag von 150 000 Franken leisten», so Geering. Die Universität Basel bezahlt 120 000 Franken. Die Basler Regierung habe im Dezember eine auf fünf Jahre befristete jährliche Unterstützung von 50 000 Franken beschlossen. Die Verhandlung habe er mit Hanban in Peking geführt. Die Dachorganisation hat auch die Partneruniversität für Basel ausgesucht. «Die East China Normal University in Schanghai gehört zu den Besten in China», sagt Geering. Die Partneruniversität werde zudem Professoren und Lehrer nach Basel entsenden.

«Wenn alles nach Plan verläuft, ist eine Eröffnung im zweiten Quartal 2013 realistisch», sagt Geering. Für das Institut wird ein Verein gegründet. Im Moment sei man dabei, die Statuten auszuhandeln.