Corona-Virus

In Basel unter Quarantäne statt an der Uni oder im Büro

Home-Office statt schickes Büro im Turm: Nicht nur Roche isoliert derzeit China-Rückkehrer.

Home-Office statt schickes Büro im Turm: Nicht nur Roche isoliert derzeit China-Rückkehrer.

Die Uni Basel, Roche und andere Unternehmen werden wegen des Corona-Virus aktiv. Rückreisende aus China arbeiten im Home-Office.

Das neuartige Corona-Virus 2019-nCoV fordert im Ausgangsort der Epidemie Wuhan weitere Opfer – mehrere chinesische Metropolen gleichen in diesen Tagen Geisterstädten. Nun haben in Basel erste Institutionen Schritte eingeleitet, um einer potenziellen Ausbreitung der Atemwegserkrankung entgegenzuwirken.

In rund zwei Wochen beginnt an der Universität Basel das Frühjahrssemester. Zumindest für die Mehrzahl der Immatrikulierten. Rückreisende Studierende aus China wurden am Dienstag in einem internen Rundmail der Universität aufgefordert, 14 Tage dem Unterricht fernzubleiben und stattdessen im Home-Office zu arbeiten. «Der Entscheid ist intern gefallen und eine Antwort auf die Unsicherheit unter Studierenden und Dozierenden», sagt der Leiter für Kommunikation Matthias Geering auf Anfrage der bz. Am Dienstagabend hätten sich zwei Basler Studentinnen aus Hongkong bei ihm gemeldet, die sich erkundigten, ob die Restriktion auch für sie gelte. Geering konnte beruhigen. Man stehe in engem Kontakt mit dem Bundesamt für Gesundheit und nehme Hongkong nach Abklärung mit den Experten vorerst aus dieser Regelung. Geering verlasse sich auf die Eigenverantwortung der Studierenden, sich beim jeweiligen Studiendekanat ihrer Fakultät zu melden.

Zwei Studenten wurden bisher abgelehnt

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den 13000 Studierenden in den Semesterferien einige in China aufhielten, sei hoch, betont Geering. Am Sprachenzentrum der Universität Basel berichtet uns Jenny Losenegger von zwei Betroffenen. Zwei Studierende habe man ablehnen müssen, sagt sie. Dabei handle es sich um eine chinesische Studentin und einen Austauschstudenten aus China. Die beiden schrieben sich für die Intensivkurse, die in den letzten beiden Wochen der Semesterferien stattfinden, ein. «Da diese zwei Wochen dauern, erübrigt sich ihre Teilnahme leider», sagt Losenegger und fügt an: Man habe eine Rückzahlung der Gebühren angeboten. Zu Beginn des Semesters seien noch mehr Abmeldungen zu erwarten.

Neben dem grössten Basler Bildungsinstitut ergreifen auch zwei international tätige Basler Unternehmen Sofortmassnahmen. «Man habe Mitarbeiter, die aus China zurückkehren, aufgefordert, für mindestens 14 Tage von zu Hause aus zu arbeiten», sagt Karsten Kleine von der Medienabteilung der Roche. Auch bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ rege man Basler Mitarbeitende, die kürzlich nach China reisten, dazu an, für zwei Wochen «vom Arbeitsplatz entfernt» zu arbeiten, bestätigt deren Medienstelle. «Dies gilt auch für Mitarbeiter, deren Angehörige kürzlich in China weilten.» Zudem seien unwesentliche Geschäftsreisen nach China eingestellt worden.

Novartis verzichtet auf Geschäftsreisen nach China

Auch der Pharmakonzern Novartis verzichte in nächster Zeit auf Geschäftsreisen nach China, gibt Daniel Zehnder von der Pressestelle an. Eine lokale Task Force bewerte die Situation kontinuierlich. Man habe zudem, wie auch die Universität Basel, eine Anleitung herausgegeben, «wie sich Mitarbeitende vor einer Infektion mit dem Corona-Virus schützen können», sagt Zehnder.

Am Basler Standort vom Life-Science Unternehmen Bayer Schweiz setze man auf den vermehrten Einsatz von Desinfektionsmitteln und die sachliche Sensibilisierung der Mitarbeitenden für das Einhalten von Präventivmassnahmen, sagt Kommunikationsleiter Patrick Kaiser.

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