Für einmal hatte der Bundesrat gute Neuigkeiten parat. Die Prämien für junge Erwachsene sinken im Schnitt um 15,6 Prozent. Im den beiden Basel sinken die Prämien für diese Alterskategorie sogar noch etwas stärker, im Baselbiet um 15,7 Prozent, in Basel-Stadt um 16 Prozent. Das heisst, Personen zwischen 19 und 25 Jahren zahlen im nächsten Jahr durchschnittlich 56,3 Franken weniger pro Monat.

Kinder und Erwachsene zahlen zwar landesweit 2,4 Prozent mehr. In beiden Basel steigen die Prämien aber auch für diese Altersgruppen moderater an – wobei hier anzufügen ist, dass Basel auch mit den schweizweit höchsten Krankenkassenprämien startet. Erwachsene bezahlen im Schnitt 474,4 Franken, 2019 sollen es 482,2 Franken sein. Das sind 7,7 Franken pro Monat zusätzlich (+1,6 Prozent). Kinder bezahlen 2,8 Franken mehr, also 131,6 Franken (+2,2 Prozent). Im Baselbiet bezahlen Erwachsene im Schnitt 7,7 Franken pro Monat zusätzlich (+1,9 Prozent). Kinder bezahlen 2,3 Franken mehr (+2,1 Prozent).

Dass junge Erwachsene deutlich weniger zahlen, geht auf eine Gesetzesänderung zurück. Es hat also nicht mit der Kostenentwicklung bei jungen Versicherten zu tun. Es handelt sich um einen Effekt, der das Parlament gewünscht hat. Unter dem Strich zahlen deshalb die Erwachsenen ab 26 Jahren etwas mehr.

Im Vergleich ist das Prämienwachstum 2019 mit 1,2 Prozent äusserst moderat. Der langjährige Schnitt liegt bei 3,9 Prozent. Der Grund für den unterdurchschnittlichen Wert ist einerseits ein tieferes Kostenwachstum. Vor allem aber haben die Krankenversicherer hohe Reserven angespart, womit sie fürs kommende Jahr etwas mehr Spielraum bei den Prämien haben.

Neues Modell zur Berechnung

Ein Vergleich der Prämien 2019 und 2018 ist schwierig. Der Bund ändert das Modell zur Berechnung des Gesundheitskostenwachstums. Die neue mittlere Prämie für alle Versicherten steigt 2019 um durchschnittlich 1,2 Prozent und sie ersetzt die bisher angewendete Standardprämie, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt.

Die mittlere Prämie entspricht der durchschnittlichen Prämienbelastung pro Person und reflektiert die effektiv bezahlten Prämien besser als die bisher berücksichtigte Standardprämie. Diese galt nur für Erwachsene mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung. Diese Prämie wird jedoch laut BAG heute nur noch von knapp jeder fünften erwachsenen Person gewählt und ist nicht mehr repräsentativ.

Dass Sie trotzdem eine Übersicht der Veränderungen bei den Prämien der einzelnen Krankenversicherer erhalten, haben wir die Standardprämien des vergangenen Jahres mit den aktuellen verglichen. Ob Ihr Krankenversicherer teurer oder günstiger ist, können Sie in der Tabelle nachsehen. Den höchsten Aufschlag hat mit 8,8 Prozent die Krankenkasse Provita. Das günstigste Angebot hat die Assura, das teuerste die Kolping. Wer von der teuersten zur billigsten Kasse wechselt, spart beim Standardmodell aufs ganze Jahr hochgerechnet 3728 Franken. Es lohnt sich also abzuklären, wie viel weniger Sie nach einem Kassenwechsel zahlen müssen.

Insgesamt gilt auch für das kommende Jahr: Je nach Kasse, gewählter Franchise und Versicherungsmodell sind die Aufschläge mehr oder weniger happig. Wie viel mehr Sie bezahlen müssen, können sie auf Internetvergleichsdiensten wie bonus.ch, comparis.ch, moneyland.ch, priminfo.ch, swupp.ch, verivox.ch oder vzonline.ch nachsehen. Über die telefonische Hotline des Bundesamts für Gesundheit (058 464 88 01) oder per E-Mail (priminfo@bag.admin.ch) können Sie die kantonalen Prämienübersichten in Papierform bestellen.

So sind Sie pünktlich

Zögern Sie nicht, den Versicherer zu wechseln, wenn Sie damit Geld sparen können: Jede Kasse muss Sie in die Grundversicherung aufnehmen – ungeachtet Ihres Alters oder Gesundheitszustands. Ein Wechsel ist einfach: Briefvorlagen finden sich auf Internet-Vergleichsdiensten. Die per Einschreiben versandte Kündigung sollte spätestens am Freitag, den 30. November, beim Versicherer eintreffen.

Bei Zusatzversicherungen ist der Kündigungstermin meist der 30. September. Diese dem Privatrecht unterstellten Angebote sollten erst gekündigt werden, wenn die Kasse Ihrer Wahl bestätigt, Sie zu gleichen Bedingungen aufzunehmen. Einen Aufnahmezwang gibt es nicht. Daher müssen Sie – im Gegensatz zur Grundversicherung – bei einem Aufnahmegesuch Fragen zum Gesundheitszustand beantworten.

Wer die Zusatzversicherung nicht wechseln kann oder will, sollte zumindest prüfen, ob er einen anderen, günstigeren Grundversicherer wählen will.