Vor Jahren soll schon einmal eine Kaffeemaschine spurlos verschwunden sein. Oder ein Feuerlöscher. In regionalen Spitälern wird fast alles gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist. Beliebt sind auch Kaffeelöffel, Handtücher, medizinische Geräte oder Bargeld und Schmuck. Selbst Wasserhähne sollen schon abmontiert worden sein.

Wer klaut? Patienten, Spitalangestellte, aber auch professionelle Langfinger, die in den Spitälern gezielt auf Beutetour gehen. Die Diebe haben es in erster Linie auf Bargeld, Schmuck, Uhren, Laptops, Handys oder Kleider abgesehen. Am Kantonsspital Baselland wurde aber auch schon ein Hand-Ultraschallgerät aus der Physiotherapie-Abteilung gestohlen. Selbst Bilder sind schon verschwunden. Oder Maschinen von Baustellen.

Am Basler Universitätsspital sei schon an einem Feuerlöschposten ein Schlauch demontiert und gestohlen worden, erzählt Mediensprecher Martin Jordan. Am Claraspital sind auch schon Weinkisten aus dem Getränkelager verschwunden.

Kameras und Sicherheitspersonal

Kein Sonderfall: Alleine am Unispital werden Jahr für Jahr 40 bis 50 Fälle gemeldet. Die Dunkelziffer aber dürfte weit höher liegen. Denn was in Hotels gang und gäbe ist, passiert auch in den Spitälern: regelmässige Diebstähle von Kleingegenständen. Zu den begehrtesten Mitbringseln aus Krankenhäusern gehören Besteck, Geschirr, Dekorationsmaterial– oder WC-Papier. Dies falle aber nicht gross ins Gewicht und werde auch nicht eigens erfasst. Es läuft grundsätzlich unter Verbrauchsmaterial, weshalb sich der Schaden auch nicht beziffern lasse. Klar aber ist: Die Zahl der Diebstähle habe in den vergangenen Jahren unter dem Strich leicht zugenommen, sagt Claraspital-Sprecherin Trix Sonderegger.

Die Spitäler wollen sich damit aber nicht abfinden. Sie rüsten auf gegen die Langfinger. So hat das Universitätsspital Basel mittlerweile 15 festangestellte Sicherheitsleute, die rund um die Uhr patrouillieren. Das Claraspital hat Überwachungs- und Zutrittskontrollsysteme ausgebaut. Genauso wie das Bethesda-Spital: «Wir haben an den neuralgischen Punkten eine lückenlose, rechtlich korrekte Videoaufzeichnung», sagt Sprecherin Mirja Huber. Mitarbeitende werden weiter im Umgang mit «möglichen Tricktätern» geschult. Auch das Kantonsspital Baselland hat erst kürzlich sein Sicherheitskonzept angepasst.

Anzeigen und Hausverbote

Gleichzeitig machen die Krankenhäuser die Patienten darauf aufmerksam, dass Wertgegenstände und grössere Geldbeträge nicht mit ins Spital genommen werden sollten. Dennoch sind in mehreren Häusern die Patientenzimmer mit Safes ausgestattet worden. Parallel dazu zahlt das Personal in der Cafeteria oft per Badge, damit Bargeld in abschliessbaren Garderoben aufbewahrt werden kann.

Eines aber ist klar: Bei Diebstählen verstehen die Spitäler in der Region keinen Spass. Konsequent erstatten sie Anzeige gegen unbekannt und arbeiten eng mit der Polizei zusammen. Oft kommt noch ein Hausverbot hinzu, sollte der Langfinger erwischt werden. Handelt es sich um einen Angestellten, habe das unverzüglich personalrechtliche Konsequenzen. Sind Patienten von Diebstählen betroffen, dann müssten sie selber über eine Anzeige entscheiden.