Jubiläum

In der Buvette «Dreirosen» herrscht seit zehn Jahren Zauberstimmung

Dana Poeschel: Am Morgen rasch einen Blick auf die Wetterkarte.

Dana Poeschel: Am Morgen rasch einen Blick auf die Wetterkarte.

Die Buvette bei der Dreirosenbrücke ist besonders im Abendlicht stimmungsvoll. Morgen Dienstag wird das Zehnjährige gefeiert.

Dieses Wetter! Dana Poeschel schaut im Internet rasch auf die Wetterkarte und ist mässig begeistert. Einmal mehr liegt es auf der Kippe, ob sie überhaupt aufmachen soll. Sie entscheidet sich fürs Aufmachen, aber erst am Abend. Oft genug war es in dieser Saison schon am Vortag klar, dass er regnen würde. Dana Poeschel trägts mit Fassung, ja mit trotziger Heiterkeit. Als ob sie dem Mistwetter etwas entgegensetzen müsste. «Wir hoffen jetzt natürlich auf eine schöne zweite Hälfte.»

Grün-silberner Glanz

Zehn Jahre gibt es sie schon, die unterste Buvette am Kleinbasler Rheinweg. Die doppelstöckige Brücke, die Industrie und das nahe Bahngeleise, welches wenige Meter unter der Brücke endet (und wo vor ein paar Jahren eine Lokomotive befand, das Gleis sei noch nicht zu Ende und über den Prellbock fuhr), hat einen besonderen Charme. Dieser entfaltet sich, wenn der Tag sich neigt und alles in ein versöhnliches Licht taucht. In der Dämmerung zaubert der Himmel einen grün-silbernen Glanz auf den Rhein. Später mischt sich metallisches Blau rein. Und wir realisieren plötzlich, warum diese Tageszeit in Frankreich «heure bleue» heisst. Wir fühlen uns hier in den Ferien. Und wenn wir hier als Touristen in den Ferien wären, würden wir unseren Freunden zu Hause vorschwärmen: «Und wisst ihr, was ihr in Basel unbedingt machen müsst? Geht zur Dämmerungszeit zu dieser Buvette. Einzigartig!»

Begonnen hatte es hier mit ein paar improvisierten Tischen und Stühlen. «Die Leute meinten, diese gehörten zur Ueli-Fähre und seien eher privat», erinnert sich Dana Poeschel, die den Betrieb seit zehn Jahren leitet und das Wirtepatent hält. Sie hatte anfänglich ein etwas mulmiges Gefühl, weil diese Buvette etwas weit vom Schuss sei. «Für einen Spaziergang ist das vielen schon zu weit», sagt sie. Jetzt aber, nach dem Grosserfolg all dieser Buvetten am Rhein, ist sie froh dass hier «nicht so ein Scheiaweia» herrscht.

Für Rheinschwimmer ist hier der letzte «offizielle» Ausstieg, Dusche inklusive. Für einen warmen Sommertag übrigens die passable Endstation, wenn man beispielsweise beim Tinguely-Museum in Wasser hüpft.

Eistee, Salate, Sandwiches

Wie alle Buvetten produziert die «Dreirosen» ihren eigenen Eistee; über Mittag gibt’s was Kleines, also Salat und Sandwiches aus Eigenproduktion. Beliebt ist das geschmacklich kräftige, alkoholfreie Ginger Beer aus britischer Produktion, und, wenns dann vielleicht mal wärmer wird, Latte freddo. Dana Poeschel, kann auf eine rund zehnköpfige Crew zählen, die in diesem kleinen Betrieb mitzieht. «Tolle Leute. Sie sind sehr flexibel.» Das braucht es auch bei diesen unsicheren Wetterverhältnissen. Dann muss sie ein bisschen herumtelefonieren.
Morgen Dienstag veranstaltet die Buvette selbst ein bisschen Fiesta. Mit Preisen wie vor zehn Jahren.

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Autor

Stefan Schuppli

Stefan Schuppli

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