Sportwagen

In der Garage Kestenholz kann man Roadster-Legenden bestaunen

Ein Klassiker: Peter Kestenholz mit dem Flügeltürer – dem Mercedes SL 300. Fotos: Heinz Dürrenberger

Ein Klassiker: Peter Kestenholz mit dem Flügeltürer – dem Mercedes SL 300. Fotos: Heinz Dürrenberger

Passend zum Frühling finden am Wochenende die «Roadster Days» statt. Ab heute zeigt die Kestenholz-Garage beim Basler St.Jakob-Park sämtliche Mercedes-SL-Baureihen der vergangangenen 60 Jahre in einer Ausstellung - als einzige Garage der Schweiz.

Roadster, das sind unvernünftig motorisierte Autos mit zwei Sitzen und keiner Anhängerkupplung für den Wohnwagen. 1952 sorgte der 300 SL mit seinen nach oben öffnenden Flügeltüren für Aufsehen, und das Image prägt die Marke bis heute.

Die ersten Modelle in der Ausstellung zeigen die Boomjahre des Automobils, als man sich noch zwischen starker Beschleunigung oder beeindruckender Höchstgeschwindigkeit entscheiden und somit zwischen verschiedenen Getriebeübersetzungen wählen musste. Sicherheitsgurte gab es als Sonderzubehör, Einspritzsysteme und Scheibenbremsen waren der letzte Schrei. Die meisten Flügeltürer gingen in den Export nach Hollywood zu den Reichen und Schönen.

Zweifarbige Heckleuchten

Garagist Stephan Kestenholz möchte sich nicht entscheiden, ob ihm die Optik des alten Flügeltürers aus den 1950er-Jahren oder diejenige des aktuellen SL der 231er-Baureihe besser gefällt. «Das kann man eigentlich nicht vergleichen, das sind verschiedene Epochen. Aber damals im Jahr 1952 war die verwendete Technik natürlich schon revolutionär», meint Kestenholz.

Heute beeindrucken andere Details den Kunden: Bichromatische Heckleuchten, ovale Abgasrohre und natürlich die Siebengang-Automatik mit Berganfahrhilfe und einem Aufmerksamkeits-Assistenten. Trotz der 320 Kilowatt unter der Haube nimmt Kestenholz das Wort «umweltbewusst» in den Mund, er betont, die Kunden seien sensibilisiert.

Derweil hängt ein Assistent die Energieetikette an, es reicht noch für ein «D». Statt wie vor ein paar Jahren knapp neun Liter säuft der Hochleistungsmotor noch knapp 6,8 Liter auf 100 Kilometer. Der nagelneue SL geht für rund 120000 Franken über den Tisch, je nach Sonderwunsch muss man aber bis zum Sommer Geduld haben.

Wer es sich leisten kann, der fährt

SL, das stand ursprünglich für «superleicht», inzwischen bleiben die Fahrzeuge immerhin dank Aluminiumchassis noch unter einem Leergewicht von zwei Tonnen. «Das liegt an der Sicherheitsausstattung. Ohne die Knautschzonen wäre der Wagen rund 400 Kilogramm leichter», sagt Stephan Kestenholz.

Wer es sich leisten kann, der fährt dennoch, und alle anderen dürfen die Rundungen bestaunen und darüber diskutieren, wie viele Lamellen der Kühlergrill haben darf. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenlos.

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