Bisher liess der orange Riese seine Läggerli nämlich durch die eigene Bäckerei, die Jowa AG, an deren Standort in Birsfelden produzieren. Jowa kündigte im April 2015 an, im Rahmen des Projektes Jowa 2020 ihren Basler Standort von Birsfelden nach Münchenstein zu verlagern.

Neu in Gossau hergestellt

Auf dem Areal der Betriebszentrale der Migros Basel in Münchenstein soll eine neue Bäckerei entstehen. Ihren Betrieb wird die sogenannte Boulangerie Artisanale 2017 aufnehmen und die Betriebe der Region täglich beliefern. Die übrigen Produkte der Regionalbäckerei Birsfelden werden an anderen Jowa-Standorten hergestellt. «Bei dieser Verschiebung ging es darum: Wo sind diese Kompetenzen vorhanden und wie kann man Synergien nutzen?», erzählt Jowa-Sprecherin Heike Zimmermann. Für die «Echten Basler Leckerli» bedeutet das: Ab Anfang 2017 werden sie in Gossau in der Ostschweiz hergestellt. Dort werden bereits andere Honigteigprodukte wie Lebkuchen und Biberli produziert.

Wieder ein «Basler» weg

Der Standortwechsel führt dazu, dass die Herkunftsbezeichnung aus dem Produktnamen gekippt wird. Dies geschieht nicht zum ersten Mal. Schon einmal betraf es einen anderen Leckerli-Hersteller, das Läckerli-Huus. Interessanterweise aber nicht bei den Läckerli, sondern bei den Rahmtäfeli. 2009 verbannte Läckerli-Huus-Besitzerin Miriam Blocher das Wort «Baselbieter» aus den «Baselbieter Rahmtäfeli» (die bz berichtete). Dass die Sendung «Kassensturz» vor zwei Jahren aufdeckte, dass in den Rahmtäfeli kein Tropfen Rahm drin ist, ist eine andere Geschichte. Somit ist das Läckerli-Huus mit Standort in Frenkendorf künftig der einzige Baselbieter Hersteller von Basler Läggerli.

Nun sind die Migros-Läckerli dran. «Wir beschlossen, eine neue Verpackung zu kreieren», erklärt Zimmermann. Neu werde diese etwa so aussehen wie der Aufkleber, welcher aktuell auf der Verpackung zu sehen ist. «Im Rahmen dieses Verpackungsrelaunchs haben wir dann auch gleich einen neuen Namen ins Leben gerufen.»

Zudem spielten juristische Abklärungen hinein: Das Bundesgesetz über Lebensmittel enthält ein Täuschungsverbot. Danach dürfen beim Konsumenten keine falschen Vorstellungen über die Herkunft erweckt werden. Aus demselben Grund erging es dem bisher abgebildeten Baslerstab wie der regionalen Benennung: Er musste weichen. Immerhin bleibt der Inhalt der Läckerli gleich. An der Qualität ändert sich nichts; das traditionelle Rezept von 1951 bleibt gleich. Sogar der gleiche Mitarbeiter wird für die «Läggerli» zuständig sein – intern wird er «Mister Leckerli» genannt. Er ziehe mit um nach Gossau. «Das ist ein weiterer Baustein, um das Know-how zu erhalten», findet Zimmermann. In Birsfelden sind 118 Mitarbeitende von der Veränderung betroffen. Zimmermann sagt: «Für einen grossen Teil der Mitarbeitenden hat man eine Lösung gefunden. Ein Teil geht nach Münchenstein oder an andere Standorte der Jowa oder der Migrosgruppe.» Noch ist unklar, wofür der Standort Birsfelden künftig genutzt wird. Zimmermann hält sich bedeckt: «Er wird einem anderen Zweck zugeführt; die Verhandlungen laufen noch.»