Meisterrennen
In der Offensive ist der FC Basel für seine Gegner nur schwer auszurechnen

FCB und GC sind in der Defensive ähnlich stark. Ein Vorteil für die Basler im Meisterrennen könne ihre Offensivkraft sein. Eine Analyse der FCB-Tore unter Murat Yakin zeigt, dass alle Basler Spieler von allen Seiten treffen können.

Markus Brütsch
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Präzisionsarbeit: Alex Frei verabschiedete sich mit einem fantastischen Freistosstor vom FC Basel.

Präzisionsarbeit: Alex Frei verabschiedete sich mit einem fantastischen Freistosstor vom FC Basel.

Patrick Straub/Keystone

30 Gegentore in 33 Spielen – die Defensivbilanzen des FC Basel und der Grasshoppers lesen sich identisch und lassen sich sehen.

Dass die Basler indes stolze 18 Tore mehr erzielt haben als die Zürcher, erklärt den Sechspunktevorsprung in der Super League und ihre Favoritenrolle im Titelrennen. Daran ändert auch die Cupfinalniederlage gegen die Hoppers im Penaltyschiessen nichts.

Wenn in manchen Ligen Meister und Tabellenführer wie Manchester United mit Robin van Persie (26 Tore), Barcelona mit Lionel Messi (46) oder Paris Saint-Germain mit Zlatan Ibrahimovic (29) einen überragenden Knipser haben, so stützen sich andere Spitzenteams gerne auf mehrere Torschützen ab.

Bayern Münchens Bester, Mario Mandzukic, hat «nur» 15 Tore geschossen, der treffsicherste Juve-Spieler, Arturo Vidal, gar bloss zehn.

Und der Basler Marco Streller liegt in der Super League zwar hinter St. Gallens Oscar Scarione (20) an zweiter Stelle, doch seine 14 Treffer stellen eine mässige Bilanz dar.

Fast alle können Tore schiessen

Dafür sind beim Schweizer Meister die allermeisten Spieler in der Lage, ein Tor zu erzielen.

Seit Murat Yakin im Oktober 2012 die Mannschaft übernommen hat, haben mit Streller (8), Alex Frei (5), Marcelo Diaz (4), Valentin Stocker (4), Fabian Schär (3), Aleksandar Dragovic (3), Fabian Frei (3), Mohamed Salah (3) sowie Gilles Yapi, David und Philipp Degen, Geoffroy Serey Die sowie Joo Ho Park (alle 1 Tor) immerhin 13 Akteure ihren Beitrag zu den 38 Plustoren in der Super League geleistet.

Aber nicht nur die Vielfalt der Basler Torschützen macht den FCB unberechenbarer als Teams, die sich nur auf wenige treffsichere Spieler verlassen können. Ob die Basler über rechts (8 Tore), links (8) oder durchs Zentrum (11) angreifen, spielt keine entscheidende Rolle, Gefahr droht dem Gegner von überall.

Was sich bei den ruhenden Bällen nicht in allen Bereichen sagen lässt. Neben den drei verwandelten Elfmetern – bei einem vierten von Yapi traf Stocker im Nachschuss – führten zwei direkte Freistösse von Alex Frei zu Toren, und fünfmal jubelte Rotblau im Anschluss an einen Freistoss.

Ziemlich mager ist allerdings die Bilanz nach Eckbällen. Die Statistik weist lediglich zwei Tore nach Corners aus, einmal mit Alex Frei (zu Dragovic) und einmal mit Valentin Stocker (zu Alex Frei via Philipp Degen) als Ausführendem.

Bescheiden ist auch die Ausbeute bei Torschüssen ausserhalb des Strafraums. Neben den beiden Freistössen durch Frei fand einzig der Distanzschuss von Serey Die den Weg ins Tor.

Bei der Analyse der 17 Gegentreffer fällt auf, dass keiner nach einem Corner hingenommen werden musste und die Basler bei gegnerischen Angriffen durch die Mitte (2) deutlich weniger verwundbar sind als bei Attacken über die Flügel (11).