Besucht man die Muba 2012, kommt man an der Natur gar nicht vorbei. Im Innenhof der Halle 2 auf dem Basler Messegelände stellen internationale Landart-Künstler und Bildhauer an der diesjährigen Frühlingsmesse ihre Kunstwerke aus.

Ungewöhnliche Umgebung

Diese sind keine herkömmlichen Werke, wie man sie aus dem Museum kennt. Sie sind nämlich wie die Natur in einem ständigen Prozess. Aus natürlichen Materialien wie Holz, Stein oder Eisen gefertigt, werden die Kunstwerke normalerweise auch in der Natur selbst installiert - im Wald oder auf freiem Feld.

Für die Muba machen die Künstler eine Ausnahme und lassen ihre Kunst im Innenhof der Rundhofhalle entstehen. Ein aussergewöhnlicher Ort fürs Natürliche, steht ringsum nur Beton und Künstliches.

Zurück zur Natur

Doch lange müssen die Kunstwerke nicht in dieser unnatürlichen Umgebung verharren. Sie werden nach der Muba wieder der Natur zurückgegeben. Die Stadtgärtnerei Basel verteilt die Objekte in Pärken und Grünanlagen, wo sie sich selbst überlassen werden, bis sie von selbst zerfallen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung «SkulpTOUR» stehen aber nicht die Werke als solches, sondern ihr Entstehungsprozess. Die Besucher dürfen live miterleben, wie die Künstler die Materialien bearbeiten und wie langsam aus einem Stück Rohmaterial ein Kunstobjekt wird - wenn auch ein eher ungewöhnliches.

Beobachtet man die Künstler, erinnert ihre Arbeit mit Feuer, Schleifmaschine und Seilen mehr an die Baustelle, die ausserhalb der Halle das Messegelände dominiert, als an ein Atelier, wo ein Maler mit Pinsel und Farbe eine Leinwand bearbeitet. Dementsprechend steht auch der Lärm im Rundhof in starkem Kontrast zur Stille eines Museums und trägt seinen Teil zum aussergewöhnlichen Kunst-Erlebnis bei.

Mitmachen, anfassen, erleben

Natur zum Anfassen gibt es bei der Parallelmesse «Natur», die gleichzeitig zur Muba stattfindet. In der Messehalle 4, dem Kongresszentrum, laden verschiedene Stände die Besucher zum hautnahen Natur-Erleben. So kann man am Stand des Basler Zollis bei einem interaktiven Quiz mitmachen. Fragen rund um die Tierwelt im Zoo Basel sind zu beantworten, Tierfelle durch ertasten, zu erkennen oder Raubtierzähne dem passenden Tier zuzuordnen.

Echte Tiere streicheln, darf man auf dem Aussengelände des Kongresszentrums. Ein kleiner Bauernhof wurde dort aufgestellt. Vor allem Kinder sollen sich an den Ziegen, Schafen und Hühnern erfreuen, die sich ohne scheu streicheln lassen und kaum irritiert sind durch die Besucher. Doch auch dem einen oder anderen Erwachsenen sieht man die Begeisterung an, wenn er die jungen Ziegen entdeckt, die in einem Wagen lautstark nach ein paar Streicheleinheiten verlangen.

Nasse Tage

Wenn sich die Tiere die Laune verderben lassen, dann wohl am ehesten vom schlechten Wetter. Der ständige Regen ist auch Schuld an den wenigen Besuchern, die sich nach draussen verirren. Drei von vier Messetagen fielen ins Wasser.

Wer die Nähe zur Natur an der Muba erleben will, muss sich sputen: Die Parallelmesse steht noch bis heute Abend um 18 Uhr in der Messehalle 4. Danach wird sie abgebaut.