FC Basel

In Genf ärgerten sich die Basler mehr über die Fans als über die Niederlage

Am Wochenende ging die Erfolgsserie des FC Basels nach 26 Partien zu Ende. Doch die FCB-Spieler ärgerten sich mehr ob der Platzinvasion der Genfer Fans als der 1:2-Niederlage gegen Servette.

«Ich verliere schon nicht gerne. Und wir sind mit Sicherheit auch nicht für einen Sonntagsspaziergang nach Genf gekommen». Mit klaren Worten drückte Marco Streller, der sich zuerst 75 Minuten lang von der Ersatzbank aus die Partie anschauen durfte, sein Befinden aus. Um dann süffisant zu ergänzen: «Wir sind uns an Niederlagen nicht mehr gewohnt», so der Arlesheimer.

Vorgängig hatte sich der Teamcaptain, wie auch Alex Frei, gewaltig und lautstark über die Tausenden von Servette-Fans, die übermütig aufs Feld gerannt waren, genervt. Einen traurigen Anblick machte FCB-Verteidiger Genséric Kusunga, der mit seinem Töchterchen auf dem Arm Auskunft über seinen Platzverweis geben musste. «Für mich als Genfer, der sich mit elf Jahren Servette anschloss, war es emotional, gegen meinen Ex-Klub auflaufen zu können. Aber leider endete die ganze Sache ziemlich abrupt», so der Innenverteidiger.

Kusunga im Servette-Dress willkommen

Der frühere Schweizer Nachwuchs-Internationale war zwar der Meinung, dass «ich gar kein richtiges Foul begangen habe», so der gebürtige Angolaner. Die TV-Bilder bewiesen jedoch das Gegenteil. Kusunga hat beim FCB einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2014; es würde aber nicht überraschen, wenn der Klub versuchen würde, den athletischen Innenverteidiger auszuleihen. Nicht wenige Genfer Gegenspieler liessen durchblicken, dass ihr ehemaliger Kumpel im Servette-Dress sehr willkommen wäre...

Grosser Tag für Servette

Dass der FCB die einstige Ungeschlagenheitsserie der Grasshoppers (26 Partien) «nur» egalisiert, nicht aber verbessert hat, schien Trainer Heiko Vogel nicht gross zu stören. «Für uns war diese Serie immer nebensächlich; wir wussten, dass wir auf einen motivierten und kampfstarken Rivalen treffen würden. Und Servette hat uns mit seiner Disziplin und Ordnung das Leben schwer gemacht. Nach dem Platzverweis wurde es nicht einfacher, hier ein positives Resultat zu erzielen. Das hat zur Folge gehabt, dass wir die Partie abgeben mussten», so Vogel.

Nicht zur Pressekonferenz erschien Servette-Trainer João Alves, der die Partie wegen einer Sperre eh von den ersten Tribünenreihen aus verfolgte. Dafür nahm Klubpräsident Hugues Quennec auf dem Podium Platz. Und freute sich, dass «uns ein Sieg über den grossen FC Basel gelungen ist. Für Servette ist es ein grosser Tag», so der gebürtige Kanadier, der gleichzeitig auch den HC Servette präsidiert.

Einladung abgelehnt

Die Aufforderung an die Basler Freunde (damit waren Journalisten, Trainer, Spieler und Klubverantwortliche gemeint), am Abschlussfest vor dem Stadion teilzunehmen, blieb ungehört. Übermorgen Mittwoch wird Rot-Blau zum dritten Male den «Barfi» übervölkern.

Meistgesehen

Artboard 1