Die Nachricht war ein Schock: Kurz vor der Fasnacht haben rund 300 Mieter in den Liegenschaften am Basler Schorenweg 20/22 und 30/32 die Kündigung erhalten durch die «Wincasa AG», welche die zur Credit Suisse gehörenden «Siat Immobilien AG» vertritt. Die Besitzerin macht eine «umfassende Kernsanierung» geltend.

Damit wollen sich Grossräte aus verschiedenen politischen Lagern nicht einfach so abfinden. Mit einem gemeinsamen Vorstoss fordern sie die Basler Regierung auf, mit der Besitzerin über den Kauf der beiden Schoren-Hochhäuser zu verhandeln und «eine gute Lösung zu finden». Den Parlamentariern schwebt vor, dass der Kanton die beiden Liegenschaften anschliessend an interessierte Wohngenossenschaften überträgt und dafür geeignete Rahmenbedingungen schafft.

Die zuständige Liegenschaftsverwaltung stützt ihre Kündigungen auf eine «aktuelle und umfassende Analyse» der beiden Hochhäuser, aus denen sich ein «unumgänglicher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf» ergeben habe. So genügten der Brandschutz und die Erdbebensicherheit den heutigen Anforderungen nicht mehr. Auch entspreche die Energie-Effizienz nicht mehr den heutigen Anforderungen, hatte «Wincasa» gegenüber Onlinereports argumentiert. Die Fassade sei «veraltet» und die Wohnungen wie die Tragkonstruktionen der Balkone seien sanierungsbedürftig.

Günstigen Wohnraum schützen

Davon zeigen sich die Grossräte wenig beeindruckt. Sie wollen, dass die Regierung «in jedem Fall» dafür sorgt, dass in den beiden Schoren-Hochhäuser weiter bezahlbarer Wohnraum angeboten wird, der gegen Verdrängung durch Kündigungen geschützt bleibt.

Die Parlamentarier verweisen dabei nicht nur auf das Wohnraumfördergesetz, welches die nötigen Voraussetzungen dafür schafft, sondern gerade auch auf die vier Miet-Initiativen, die im letzten Jahr vom Basler Stimmvolk deutlich angenommen worden sind. Günstig sei dabei, dass die Kündigungen erst auf 2020 und 2021 ausgesprochen worden seien, was breiten Spielraum für Verhandlungen ermögliche.