Interaktives Planspiel

In nur einem Tag von der Idee zum Gesetz

Grosser Rat Basel-Stadt

Grosser Rat Basel-Stadt

Basler Jugendliche nehmen im Grossratssaal bald die Plätze von Parlamentariern ein.

Die Wege, welche die Vorstösse im Bundesparlament nehmen, sind kompliziert und verstrickt. Nur wenige erwachsene Schweizer kennen den genauen Gesetzgebungsprozess. Noch weniger Jugendliche. Und genau dort setzt «Politik – Macht – Gesetz» an.

Das interaktive Planspiel setzt sich zum Ziel, den jungen Teilnehmenden die Abläufe der Schweizer Demokratie näherzubringen. Am 31. März führt die «Neue Helvetische Gesellschaft Gruppe Region Basel» das Spiel «Politik – Macht – Gesetz» für alle interessierten Jugendlichen aus der Region im Basler Rathaus durch.

Dabei handelt es sich um eine Simulation des Alltags im Bundesparlament. Die Jugendlichen nehmen einen Tag lang die Rolle eines Parlamentariers ein. In der Haut von diesem vertreten die Teilnehmenden ihre Interessen – von der Vernehmlassung bis zur Schlussabstimmung.

Diskussionen, Referate, und Kompromissfindungen sollen möglichst realitätsnah erfolgen. Aus diesem Grund erhalten alle Jugendlichen bereits vor der Veranstaltung ein Spielerhandbuch mit Rollenprofil zur Vorbereitung. Darin stehen Informationen zum persönlichen Hintergrund und zu den jeweiligen Zielen der Person. So können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits im Vorfeld positionieren.

Nach realen Gegebenheiten

Auch die Unterlagen zu der Gesetzesvorlage werden den Teilnehmenden im Voraus gesandt. Denn im Sinn der Realität basiert auch der Gesetzesentwurf auf einer realen Vorlage. Dieser wird jedoch erst nach Anmeldeschluss bekannt gegeben. Nur so viel: Die Initiative wurde im Jahr 2004 lanciert und angenommen.

Das Ziel des Spiels sei jedoch nicht einfach die Wiederholung der Debatten von damals, erklärt Tabea R. Weber, Projektleiterin und Präsidentin der «Neuen Helvetischen Gesellschaft Gruppe Region Basel». Stattdessen soll das Resultat offen gelassen werden und sich erst im Lauf des Spiels entscheiden. Es wäre also auch eine Ablehnung des Gesetzes möglich. Das Ergebnis ist demnach abhängig vom Einsatz und den Entscheidungen der Teilnehmer.

Praxis statt büffeln

Letztlich ist das Resultat für «Politik – Macht – Gesetz» nur zweitrangig. Hauptziel ist die Förderung des politischen Interesses bei Jugendlichen. Denn anders als in Schulbüchern, bei Hausaufgaben oder in Tests können die Teilnehmenden bei «Politik – Macht – Gesetz» die Politik erleben und selbst mitbestimmen. Der Fokus liegt auf dem Spiel und somit auf dem Spass.

Dabei erwerben sie durch die Anwendung selbst weitere fachliche Kompetenzen und lernen so dazu. Denn wie im richtigen Parlament wird debattiert und diskutiert, Meinungen müssen beurteilt und gebildet werden. Um diese Aufgaben kompetent zu meistern, müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die politischen Abläufe analysieren und hinterfragen. So soll das Spiel die politische Handlungskompetenz der Jugendlichen fördern.

Die Idee für diese alternative Lernmethode entstand durch ein Projektteam am Zentrum für Demokratie in Aarau. Dieses tüftelte an einer Möglichkeit herum, Jugendliche für Politik zu begeistern. Und das mit Erfolg. Im Jahr 2014 debütierte «Politik – Macht – Gesetz» an einer Aargauer Kantonsschule. Dabei simulierten 250 Schüler die National- und Ständeratsdebatten zum Hooligangesetz und nahmen dieses an.

In Basel soll sich das Spiel jedoch nicht nur an Kantonsschulen, sondern an alle Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren richten. Hauptzielgruppe sind alle Schüler von Gymnasien, Fachmittelschulen oder Berufsmaturitäts- und Berufsschulen der Region. Diese dürfen als Einzelpersonen, Gruppen oder ganze Klassen teilnehmen.

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