Am Kohlistieg in Riehen soll eine neue Überbauung unter dem Motto «Wohnen und Begegnen» entstehen. Dafür spannen der Wohnbau-Genossenschaftsverband Nordwest (wgn) und die Stiftung Humanitas zusammen. Gestern präsentierten die beiden Organisationen das Siegerprojekt «Blume». Es überzeugte die Fachjury als eines von vier eingereichten Projekten am meisten.

Entstehen sollen sechs Wohnhäuser, in denen 96 Genossenschaftswohnungen Platz haben. Das Bauprojekt soll auf der Parzelle im Geviert Kohlistieg, Rauracherstrasse und Rüchliweg entstehen. Die Bauherrschaft rechnet Ende dieses Jahres mit der Baubewilligung. Geht alles nach Plan, sollen die Wohnungen Anfang 2016 bezugsbereit sein. Martin Huber, Bereichsleiter Bau und Unterhalt des wgn, zeigt sich beeindruckt vom Siegerprojekt: «Die unkonventionelle Herangehensweise und die ökonomische Umsetzung waren auschlaggebend für den Sieg», sagt er.

Architekten voller Vorfreude

In der Wettbewerbsausschreibung waren neben der Anzahl der Wohnungen auch der Erhalt der bestehenden Baumgruppe auf dem Areal vorgeschrieben. Die drei Architektinnen des Siegerprojekts der Rapp Arcoplan AG haben diesen Umstand nicht nur berücksichtigt, sondern rund um die Gebäude sogar weitere Baumgruppen eingeplant. So entstehen Rückzugsorte für Kinder und Begegnungszonen, die so arrangiert sind, dass sich die Anwohner nicht stören.

«Wir freuen uns natürlich, dass unser Projekt gewonnen hat», sagt Margot Meier, Architektin und Mitglied der Geschäftsleitung von Rapp Arcoplan. «Unsere Umsetzung der Vorgaben war unkonventionell, wir wollten die durch den Bebauungsplan vorgegebene Gebäudeanordnung aufbrechen.»

Das sieht auch Nicole Schwendener, Planerin des Projekts «Blume», so: «Durch die Drehung der Häuser um ihre eigene Achse entsteht ein grosses Spektrum unterschiedlich ausgerichteter und belichteter Wohnungen. Dies mache die Bauten für ein breiteres Zielpublikum interessant. Dass die Wohnungen Interessenten aus allen Generationen ansprechen sollen, war eines der Ziele der beiden Wettbewerbsausschreiber wgn und Stiftung Humanitas.

Das Architektinnen-Trio des siegreichen Projekts liess sich durch die Idee des Wohnens im Park inspirieren. In Riehen habe es früher viele Herrenhäuser gegeben, die von grosszügigen Parkanlagen umgeben gewesen seien. «Dieses Gefühl, dass der Aussenraum nicht nur Restfläche, sondern essenzieller Teil der Planung ist, wurde gewürdigt», freuen sich beide. Sie gehen nicht davon aus, dass sie am ursprünglichen Plan viel ändern müssen. «Bis jetzt sieht es so aus, als würde unser Projekt in seiner jetzigen Form umgesetzt werden», sagt Meier.

Geplantes Altersheim profitiert

Auch Huber ist voller Lob für die Anordnung der Gebäude. «Wir sind in der Lage, für verschiedene Altersgruppen Wohnungen anzubieten.» Es seien für verschiedene Familienmodelle Wohnungen geplant. «Klein- und Gross-Famillien werden ebenso berücksichtigt wie Alleinstehende.»

Von der Natur rund um und in der Überbauung wird auch das neue Alters- und Pflegeheim der Stiftung Humanitas profitieren: Neben dem Heim, das im westlichen Teil derselben Baurechtsparzelle wie die Genossenschaftswohnungen entstehen wird, wird ein Wohnblock für Wohnen mit Service reserviert. Dieser bietet Alterswohnungen mit Betreuung an und beinhaltet auch zwei Gästewohnungen.