Wie könnte es anders sein: Im ersten Stock der Halle 1 liegt der unverkennbare Curry-Geruch in der Luft. Je länger man tief ein- und ausatmet, mischt sich ein feiner Duft von Räucherstäbchen dazu. Indien als Gastland an der diesjährigen Muba deckt beim ersten Schritt über die Hallenschwelle alle Klischees ab, die jedermann mit dem grossen Staat in Südasien in Verbindung bringt.

So geht es denn auch weiter: Die Ausstellungsfläche der Inder ist farbenprächtig, es hängt eine Unmenge an Tüchern, die die Verkäufer anpreisen, von den Stangen, dicke Teppiche liegen übereinander auf dem Boden und Schmuck ist über die Tische verteilt – ein Erlebnis für die Sinne.

Mode an Europa angepasst

Aussteller Ressool Heida hat ein grosses Sortiment an indischen Produkten nach Basel gebracht. Finken in allen Farben und aus Kuhleder liegen auf einer Kommode, an den Wänden sind Seidenkissen- und Tücher, einige mit Pailletten versehen. Die Produkte seien aus Rajasthan im Norden Indiens, erklärt er.

Und wichtig: handgemacht. Die Räucherstäbchen sind aus natürlichen Produkten wie Blumen, Holz oder Pflanzen. «No synthetic», betont Heida. Er verkauft auch Kleider. Diese seien eine Mischung aus indischer Mode, die an Europa angepasst ist. In seinem Land tragen Frauen wie Männer einteilige Kleider. «Für Messen dieser Art haben wir separate Hosen und Oberteile genäht», lacht er.

Nach der Muba gehts nach Frankreich

Plötzlich dröhnen Trommeln durch die Halle. Auf der kleinen Bühne hat die Tanzshow begonnen. Die Besucher strömen zur wohl nicht ganz traditionellen Aufführung. Sanjay Bhojaiya hat sich am Stand gegenüber positioniert. Er ist spezialisiert auf Seidenschals. Eifrig erklärt er, wie diese hergestellt werden – eben handgemacht.

Er sei vor 15 Jahren in Genf und Zürich gewesen. «Die Schweiz ist das schönste Land», ist sich der Mann aus Neu Dehli sicher. Nach der Muba reist er direkt weiter an eine Messe in Frankreich. Eigentlich habe er mit seiner Frau und seinen Kindern kommen wollen, aber «sie haben kein Visum erhalten».

Mit Teppichen verdient sich Imtiaz A. Wani sein Geld. Vor allem Teppiche mit indischen Wahrzeichen wie das Mausoleum Taj Mahal ziehen die Leute an. «Das ist etwas Spezielles, das man nicht überall kaufen kann.» Interessant ist die kleine Fotogalerie über Inder, die einst einen Nobelpreis erhalten haben.

Am weitesten zurück liegt der Preis an den Literaten Rabindranath Tagore (1913), Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa (1979) darf nicht fehlen und Venkatraman Ramakrishnan bekam seinen für Chemie im 2009.

«Die Basler sind schüchtern»

Neben den bunten Stoffen, Teppichen und Schmuckstücken weisen die Inder bei deren Präsentation auch auf die schönsten Orte ihres Landes hin. Vom historischen, über den Abenteuer-, Medizin- und Heilkunst-Tourismus bis hin zu Badeferien.

In Sachen Verkaufsfreude der Muba-Gäste sind sich alle Standbetreiber einig. Die Leute seien interessiert und sehr freundlich. Der Alles-Verkäufer Ressool Heida führt aus: «Die Basler sind schüchtern. Ich hoffe, es kommen bis Ende Woche noch mehr vorbei.»