Die Häuserzeile an der Freien Strasse 47 wird aufwendig umgebaut, und Apple suchte auch schon Verkäufer per Stelleninserat. Es wäre der vierte Apple-Store in der Schweiz, bisher gibt es zwei in Zürich (Bahnhofstrasse und Glattzentrum) und einen in Genf (Rue de Rive). Doch der Kult-Konzern aus Kalifornien hüllt sich in einen Mantel des Schweigens. Anfragen zum Thema bleiben unbeantwortet. Wann und ob es tatsächlich einen Apple-Store in Basel gibt, ist letztlich noch immer Spekulation.

Nun aber gibt es ein weiteres Indiz dafür, dass der grosse Tag für Basler Apple-Jünger bald bevorsteht. Der «Apple-Premium-Reseller» Ingenodata hat vergangene Woche seine Filiale am Barfüsserplatz geschlossen. «Mit dem Kommen des Apple Stores an der Freien Strasse konzentrieren wir uns auf unser Geschäft im Gundeli», lässt Geschäftsführer Thomas Zitzer auf der Website von Ingenodata verlauten.

Weiss da also jemand mehr? Immerhin ist Ingenodata ein enger Partner von Apple in der Schweiz. Das Geschäft setzte vor 30 Jahren auf Apple. Und: «Wir haben in den 90er-Jahren, als Apple kurz vor dem Aus stand, zusammen durchgehalten», wie es auf der Website weiter heisst. Also, wann wird denn nun der Apple-Laden eröffnet, Herr Zitzer? «Früher oder später kommt der Apple-Store garantiert», sagt der Ingenodata-Geschäftsführer auf Anfrage der bz. Wann genau könne er aber auch nicht sagen, gerüchteweise zwischen Juli und Dezember.

Mehr weiss aber auch Zitzer nicht. Denn: «Dass wir jetzt ausziehen, heisst nicht, dass der Apple-Store bald eröffnet.» Gekündet habe man schon auf Ende letzten Jahres. Als dann die Freie Strasse 47 immer noch hinter Baugerüsten stand, und weil der Nachmieter flexibel war, habe man das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen wollen. Schliesslich sei man am Barfi geblieben, bis der Nachmieter Druck machte.

Neue Strategie für Ingenodata

Nun aber ist Schluss. Ingenodata konzentriert sich in Basel auf sein Geschäft an der Güterstrasse. Auch dort kann man unter dem Label «Apple-Premium-Reseller» (zu Deutsch: Apple-Premium-Verkäufer) arbeiten. «Im Gundeli das Label-Apple-Premium-Reseller zu bekommen, wäre vor 15 Jahren nicht denkbar gewesen. Damals war das Gundeli zu schmuddelig», sagt Zitzer. Dank des neuen Coop Südparks und der Passerelle habe es heute aber genügend Laufkundschaft.

Doch fühlt sich Zitzer vom dominanten Auftreten des kalifornischen IT-Herstellers nicht verdrängt und abgeschoben? «Wir möchten uns nicht Apples Ideen widersetzen. Wir können sie nur zu unseren machen», antwortet Zitzer diplomatisch. Ausserdem könne man Apple ohnehin nicht konkurrenzieren. Doch Zitzer sagt auch: «Apple will uns nicht vernichten. Wir machen seit 30 Jahren Geschäfte.» Sein Modell werde sich mit dem Apple-Store nun einfach verändern. Während dieser sich mit einem hippen Laden an die Einzelkunden richte, werde Ingenodata in Zukunft auf Business-Kunden und Installationen setzen. Apple werde Business-Kunden direkt an Zitzer weiterverweisen. Dank des Apple-Store werde die Nachfrage nach den kultigen Apfel-Produkten wie iPhones, iMacs und Macbooks weiter zunehmen. Es sei also über alles gesehen für seine Firma keine schlechte Entwicklung, meint Zitzer.

Man kann also festhalten: Apple hat nicht nur seine Fangemeinde, sondern auch seine Geschäftspartner unter Kontrolle. Und: Der Apple-Store kommt tatsächlich nach Basel – irgendwann.