Da stehen sie und strahlen: Matthias Nebel, Armin Sirch und David Jucker. Sie haben den Innovationspreis der Basler Zünfte gewonnen, der am Donnerstagabend zum ersten Mal verliehen wurde. Die drei jungen Männer planen eine Pilzzucht, sie werden dazu Kaffeesatz verwenden. Das Projekt ist schon seit einiger Zeit in Planung. Der nächste Schritt wird das Sammeln von Geld via Crowdfunding übers Internet sein. «Wir werden etwa 60 000 Franken brauchen», sagt Nebel, der an der Fachhochschule Wirtschaft studiert hat.

«Ob das reicht, hängt davon ab, wie viel wir in den Ausbau der Keller stecken müssen», sagte er nach der Preisverleihung im Launchlabs auf dem Basler Gundeldingerfeld. Sie brauchen dazu relativ feuchte Keller, und diese seien nicht einfach zu finden. Für die (von den Zünften unabhängige) Jury war ausschlaggebend, dass das Pilz-Projekt innovativ, fassbar und realisierbar war, dass mit dem Kaffeesatz ein origineller und ökologischer Ansatz verfolgt werde. «Es passt in den Trend der Food-Projekte und des Urban Gardening», sagt René Thoma, Meister E. E. Gesellschaft zu Hären und Projektleiter von «Innovation Basel».

«Zünfte nicht so konservativ»

Basler Zünfte als Treiber der Innovation? Mitinitiant Thoma muss schmunzeln. Das sei schon der Punkt, räumt er ein. Zünfte haben ein konservatives Image. Aber sie zeigten nun, dass sich die Zeiten geändert haben. Und dass sie auch anders können. Der Wettbewerb soll in den kommenden zwei Jahren wiederholt werden.

Auch andere am Donnerstag präsentierte Ideen waren interessant. Das City-Stories-Projekt der Uni Basel entwickelt Methoden, grosse Bild- oder Video-Kollektionen per Computer oder Smartphone zu durchsuchen. Dabei werden verschiedene Arten von Suchanfragen kombiniert (zum Beispiel nach Ähnlichkeit der Bild- und Videoinhalte zu einem vorgegebenen Bild oder zu einer selbstgemalten Skizze, nach räumlicher oder zeitlicher Ähnlichkeit). Das Ganze funktioniert mit dem Opensource-Tool Vitrivr, mit dem in Multimedia-Dateien gesucht werden kann.

Ebenfalls ein IT-Projekt ist «Blickwinkel» der beiden Historiker Michael Rudin und Rafael Eggel. Es entstand aus der Faszination an visuellen Zeugnissen der Vergangenheit, die uns die Dynamik eines Ortes veranschaulichen. Dabei werden, vereinfacht gesagt, alte und neue Bilder übereinandergelegt, was die Dynamik der Entwicklung eines Ortes veranschaulicht. Die Zeitreise entsteht durch den sogenannten Pepper’s Ghost Effect.

Unternehmer-Ökosystem

Der «Impact Hub Basel» wiederum will unternehmerische Anliegen («Social Entrepreneurship») in der Region Basel verstärken. Die Initianten wollen einen physischen Raum schaffen, damit sich eine Community um sinnvolle und Innovative Ideen bilden kann – ein ganzes Ökosystem für nachhaltige Ideen und wirtschaftliche Initiativen, auf lokaler und weltweiter Basis. Schon heute gibt es weltweit 86 Impact Hubs.

Kunst ausleihen für alle

Ausleihe@dock ist die Idee einer öffentlichen Kunstausleihe in Basel, die das Bedürfnis für die breite Bevölkerung abdecken soll. Ausleihe@dock schaffe einen echten Mehrwert für die Region Basel, für die Kunstschaffenden und die potenziellen Nutzer. Die Kunst werde damit zugänglicher, und das Original erlebe eine Aufwertung.

Das Projekt «Sommer am Rhein» stellt eine einfache, funktionelle, ästhetische Konstruktion von Sonnendecks verschiedener Formen und Grössen an dafür geeigneten Stellen am Rheinufer dar, die «den grossen Bedarf an Erholungsraum am Rhein ohne Naturveränderung erfüllen kann», heisst es. Das Rheinufer in der Breite eigne sich dafür hervorragend als Anschluss an das bestehende Rhybadhüsli, das mit Toilettenanlage und einem Restaurant ausgestattet sei.