Die Schweiz ist punkto Innovation und Wettbewerbsfähigkeit weltweit führend. Das zeigen internationale Vergleichsstatistiken wie der WEF World Competitiveness Report oder der Global Innovation Index in schöner Regelmässigkeit.

In der Schweiz wird viel geforscht, werden viele Patente angemeldet. Und immer mehr werden auch Unternehmen gegründet, um diese neuen Ideen zu vermarkten. In der Fachsprache werden diese Jungfirmen «Start-ups» genannt, wenn sie aus der Forschung von Unis, Fachhochschulen oder Konzernen entspringen, «Spin-offs». Die bz stellt in einer Serie spannende Jungfirmen aus der Region vor, deren Gründung zwei oder mehrere Jahre zurückliegt.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass die Region Basel im schweizerischen Vergleich nicht gerade brilliert. Die Nordwestschweiz lag 2010 mit 1,99 durch Start-ups geschaffene Stellen pro 1000 Einwohner klar unter dem Schweizer Durchschnitt von 2,95 Stellen. Zürich liegt bei 3,51, die Genferseeregion bei 3,66 Stellen.

Die Karte der Website startupmonitor.ch und die Statistik von start-up.ch zeigen Ähnliches. Zürich ist klar führend, stark sind ausserdem Lausanne und Genf. Der Monitor zeigt mit 378 Start-ups die Dominanz von Zürich, gefolgt von Lausanne mit 203 und Basel mit 174. Das Schweizer Total liegt bei 1322. Die Monitorzahlen sind aber nicht vollständig: Nur wer sich meldet, findet Eingang in die Statistik.

Gute Konjunktur bremst Start-ups

Natürlich hat man sich in Basel über diese auf den ersten Blick alarmierenden Zahlen Gedanken gemacht. Der Tenor: In Basel besteht nicht gross Veranlassung, eine eigene Firma zu gründen. Zu verlockend sind die Angebote der Pharmaindustrie. Sie bezahlt gut, bietet gute Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten. «Dies gilt auch für Uni-Abgänger», sagt Nina Ryser, Leiterin der Standortförderung Basel. Warum also sich in die Unsicherheit einer Unternehmensgründung begeben? Das Risiko des Scheiterns ist erheblich.

Ein weiterer Grund ist die relativ stabile Konjunkturentwicklung in der Region. Ist diese gut, gibt es weniger Gründungen, wenn es schlecht läuft, mehr. So haben die Berater des Business parcs in Reinach in schlechten Zeiten mehr Anfragen zu Firmengründungen wie in guten, sagt Gerda Massüger, Geschäftsführerin des Businessparcs.

Startupmonitor zeigt aber, dass Basel mit 38 Start-ups immerhin im Bereich Biotechnologie die Nase vorn hat. Aber Zürich ist mit 33 auch nicht schlecht platziert.

Peter Burckhardt, Präsident des Start-up-Centers Basel Inkubator und der Finanzierungsgesellschaft Eva, weist darauf hin, dass es in Basel auch schon mehrere Start-ups an die Börse geschafft haben, etwa Actelion, Basilea, Evolva oder Santhera.

«Eine ernste Sache»

Dass Neufirmen nicht immer gut laufen, ist Tatsache. Am Anfang haben diese meist nur ein Produkt. Bei innovativen Produkten entstehen in den ersten Jahren meist nur hohe Kosten.

Eine Unternehmensgründung dürfe deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden, findet Gerda Massüger. «Es ist eine ernste Sache.» Bei einem Studenten möge das ja noch angehen. Aber wenn ein Familienvater sich selbstständig machen wolle, sei das gut zu überdenken. Oft werde das Pensionskassengeld investiert, und als Selbstständiger habe man kein Anrecht auf Arbeitslosengelder. Mit 98 Prozent haben die Firmen im Business parc eine sehr hohe Überlebenschance. «Bei uns ist erstens die Beratung vor der Gründung sehr wichtig. Zweitens muss, wer Mitglied werden will, einen brauchbaren Businessplan vorlegen.