Pandemie
Instrument spielen oder «tanzen»: So kreativ umgehen Basler Primarlehrerinnen das Singverbot

Die Basler Primarschulen und Kindergärten mühen sich mit den verschärften Coronamassnahmen ab. Mittlerweile stiessen diese auf Verständnis seitens der Lehrpersonen.

Tanja Opiasa-Bangerter
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Einzelne Lehrpersonen spielen der Klasse auf der Gitarre vor.

Einzelne Lehrpersonen spielen der Klasse auf der Gitarre vor.

Werner Rolli

Nun sorgt die Pandemie im Alltag der Kleinsten für Abstriche: Auf das beliebte Singen im Klassenverbund muss auf der Primarstufe im neuen Schuljahr bis auf Weiteres verzichtet werden. Zudem gilt für die Lehrpersonen der Unterstufe eine verbindliche Maskenpflicht. Eine erste Bilanz stimme die Verantwortlichen jedoch optimistisch.

«Die Lehrpersonen sind extrem kreativ», betont der Mediensprecher des Basler Erziehungsdepartements Simon Thiriet auf Anfrage und berichtet, wie mit Alternativen zum herkömmlichen Singen experimentiert werde. So würden sich die Kinder sich laut Thiriet im Klassen­verband zu Musik ab «Konserve» bewegen: Man übe ein Stück mit Perkussionsinstrumenten, oder einzelne Lehrpersonen spielen der Klasse auf der Gitarre vor. Denn der Gebrauch jeglicher Blasinstrumente, die einen möglichen Aerosol-Ausstoss begünstigen könnten, seien seit dem 4. Januar im Unterricht nicht erlaubt.

Maskenpflicht auf Unterstufe «nicht optimal»

Diese Restriktionen führten anfänglich zu Rückfragen seitens der Unterrichtenden. Mittlerweile sei alles geklärt und die Massnahmen stiessen auf Verständnis. «Den Lehrpersonen und Kindern fehlt das gemeinsame Singen natürlich», räumt Thiriet ein. Aber man über­brücke sich mit solchen Aktionen die Zeit bis zur Wieder­aufnahme des Singunterrichtes. «Schliesslich tragen alle ihren Teil dazu bei, dass es zu keinen Schulschliessungen kommen muss», betont Thiriet.

Die neue Maskenpflicht auf der Unterstufe, sei «nicht optimal», aufgrund der angespannten Lage jedoch erforderlich. Nennenswerte Komplikationen gebe es keine, betont er.

«Nun nehmen wir die Maske gar nicht mehr ab»

Vor Weihnachten seien die Schulleitungen per Newsletter noch dazu «ermuntert» worden, den Lehrpersonen zu empfehlen, im Unterricht eine Maske zu tragen, erinnert sich Thiriet. Seit dem 4. Januar gilt die Tragepflicht für den Lehrkörper verbindlich. Dieses sei für einige Schulstandorte neu, andere hätten bereits im November eine Maskenpflicht eingeführt.

«Nun nehmen wir die Maske auch in Situationen, wo das Wahren der nötigen Distanz möglich wäre, gar nicht mehr ab», berichtet die Schulleiterin einer Basler Primarschule. Höchstens bei Kindern mit Hörschwierigkeiten oder einem ­Bedarf zur Deutschförderung werde das für sie wichtige Lippen­lesen durch die Maske erschwert, sagt sie.

«Kinder ­kommen nach wie vor gerne zur Schule»

«Plastikvisiere oder durchsichtige Masken würden da Sinn machen», meint sie. Gleichzeitig zeigt sie sich begeistert vom grossen Enthusiasmus, mit dem sich das Kollegium bemühe, den Schulalltag trotz aller Einschränkungen zu gestalten. Man müsse eben neue Ideen generieren, fürs Schullager und fürs Chorsingen, zählt sie auf und betont, wie herausfordernd die Situation sei. «Die Kinder ­kommen nach wie vor gerne zur Schule», betont sie. Und das soll auch so bleiben.