Andreas Beck, der neue Intendant des Theater Basel, beobachtet die Pläne der Baselbieter Regierung, auch bei der Kultur zu sparen und etwa die Kulturvertragspauschale zu halbieren, mit Skepsis.

«Ja, aber was spart man denn, wenn man an der Kultur spart? Sie macht nur einen Promillebereich des Gesamtbudgets aus. Richtig viel Geld ist das nicht», sagt er in einem am letzten Sonntag erschienenen Interview mit der «SonntagsZeitung». Und Beck malt schwarz, was die möglichen Folgen angeht, wenn auch mit einem etwas schiefen Bild: «Wenn das Tafelsilber einmal zerschlagen ist, ist es weg. Dann findet das tolle Theater nur noch ausserhalb der Schweiz statt.»

Beck äussert sich auch zur Kritik aus der freien Theaterszene, die den grossen Häusern unflexible Strukturen vorwerfe: «Sind die Freien denn die besseren Theatermacher? Der Beweis ist nie erbracht worden. Das ist, wie wenn man sagt, der Dachdecker ist überflüssig, das kann ich auch selber. ‹Chowanschtschina› könnte man in der freien Szene nicht machen.»

Mit dieser Oper von Modest Mussorgski startet das Theater Basel am 22. Oktober in die neue Spielzeit, die erste unter Beck. In der letzten Szene stünden über hundert Personen auf der Bühne, so der 50-jährige Deutsche. Und: «Dieser kolossale Brocken von Oper ist eigentlich viel zu gross für das Theater Basel.» Am meisten freut sich Beck aber auf die Schweizer Erstaufführung der Oper «Licht» von Karlheinz Stockhausen zum Ende der Saison Mitte Juni 2016: «Es ist schwierig, noch Karten zu bekommen.» (mn)