Es schien sonst ein fester Wert. An der Baselworld können sich Hoteliers und Wohnungsvermittlerfirmen in der Regel vor Nachfragen nicht retten. Dieses Jahr sieht das anders aus.

«Wir haben viel weniger Anfragen und unsere Stammkunden kommen mit weniger Leuten. Gegenüber den letzten Jahren ist es nicht so rosig», berichtet ein Mitglied der Geschäftsführung von Baselfair Accommodation. Ähnlich tönt es bei Apartments Ums, das wie Baselfair Accommodation während der Messe möblierte Wohnungen vermietet und vor allem auf Aussteller spezialisiert ist. «Der Rückgang ist nicht drastisch, aber er liegt bei 20 bis 30 Prozent. Wir stellen bei den Kunden ein grösseres Preisbewusstsein fest», sagt Christian Beldner, Leiter Beratung und Vermittlung.

Einen leichten Rückgang bestätigt auch Nicole Bell, Operations Manager bei Basellodging. Dieser mache sich vor allem bei den kurzfristigen Buchungen und Einzelpersonen bemerkbar. Woran das liege, sei schwer zu sagen. «Dass es seit Januar/Februar etwas zurückging, könnte am starken Franken liegen, sodass es für viele vorher noch Unentschlossene jetzt zu teuer ist – dies ist aber nur eine Mutmassung», teilt Nicole Bell mit. Die Stammkunden, also die Aussteller, würden allerdings weiterhin mehrere Wohnungen über mehr als sieben Nächte buchen.

Konkurrenz durch Airbnb

Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, kann sich vorstellen, dass die Agenturen für Wohnungsvermittlung zunehmend durch Buchungsmaschinen für Hotelzimmer wie Booking.com oder auch durch die populäre Internetplattform Airbnb konkurrenziert werden. Airbnb vermittelt Zimmer und Wohnungen bei Privatpersonen. «Es nimmt im Unterschied zu den Agenturen, die 25, 30 oder gar 40 Prozent Kommission verlangen, in der Regel nur 10 Prozent», so Egloff.

Die geringere Nachfrage betrifft auch die Basler Hotels. «Es ist richtig, dass die Nachfrage zur Baselworld vereinzelt etwas harziger läuft», bestätigt Felix W. Hauser, Präsident des Basler Hotelier-Vereins. Dies habe aber nur teilweise mit den Wechselkursen zu tun. Hauser sieht einen anderen Grund: «Ausschlaggebender ist der Umstand, dass einzelne Häuser in der Preiserhöhung von letztem auf dieses Jahr übertrieben haben.» Wichtige Aussteller hätten dies nicht hingenommen und sich bei der Messe Schweiz (MCH) beschwert.

Loraine Stantzos, Direktor Marketing und Communication bei der Basel World, will zwar den Zusammenhang mit einer geringeren Nachfrage nach Hotelzimmern nicht bestätigen, teilt aber mit: «Wir wissen, dass viele unserer Kunden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis einiger Hotels unzufrieden sind.»

Hotelier Verein distanziert sich

Felix W. Hauser, selber Direktor des Radisson Blu, bezieht klar Position. «Der Basler Hotelier-Verein distanziert sich von solchen Exzessen und hat im Sinne des Rufes unserer Branche und dem der Stadt als idealer Messestandort Verständnis für das Anliegen dieser Aussteller. Wir sind von Beginn in dieser Diskussionen mit MCH und unseren Mitgliedern in Kontakt und versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten faire Lösungen auszuarbeiten.»

Die Anzahl der Hotelschiffe auf dem Rhein bleibt 2015 mit zehn konstant.