Interpellation
Drei Galgen in Basel weggeschwemmt: Warum verzögerten sich die Arbeiten am Hang?

FDP-Grossrat Erich Bucher will von Baudirektorin Esther Keller wissen, inwiefern sich der Kanton für die betroffenen Galgenfischer einsetzt. Die Regierungsrätin nimmt den Kanton aus der Verantwortung.

Silvana Schreier
Drucken
Teilen
Die Böschung unterhalb der Grenzacherstrasse ist mittlerweile noch immer abgesperrt.

Die Böschung unterhalb der Grenzacherstrasse ist mittlerweile noch immer abgesperrt.

Roland Schmid

Mitte Juli fielen drei Fischergalgen auf Kleinbasler Seite unterhalb der Grenzacherstrasse dem Hochwasser zum Opfer. Das Rheinufer unter Naturschutz konnte den Wassermassen nicht standhalten und wurde unterspült. Mehrere Tage lang war die Strasse gesperrt.

FDP-Grossrat Erich Bucher reichte daraufhin eine Interpellation ein. Die Sanierung des betroffenen Uferabschnitts sei zwar geplant gewesen, aber nicht erfolgt. Bucher will Antworten von der Regierung: Warum wurden die wasserbaulichen Massnahmen nicht wie angekündigt durchgeführt? Trägt der Kanton durch die Verzögerung eine Mitverantwortung an der «Zerstörung des Ufers und der Fischergalgen»?

2019 gab es keinen Handlungsbedarf

Regierungsrätin Esther Keller (GLP) beantwortete den Vorstoss im Grossen Rat. Die Schäden am betroffenen Ufer seien auf ein Versagen des Böschungsfusses zurückzuführen. Dieser stabilisiere die Böschung, sei durch die Unterspülung aber beschädigt worden. Der Kanton habe erst 2019 zusammen mit einem Experten abgeklärt, dass kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, so Keller. Darum trage der Kanton keine Mitverantwortung, wie Bucher in seiner Interpellation schreibt.

Ob der Kanton die Galgenbesitzer finanziell unterstützen kann, lässt Baudirektorin Keller offen. 2006 sei einigen Fischern ein einmaliger Betrag ausgezahlt worden, da diese unter dem Hochwasser 1999 gelitten hätten. Danach seien sämtliche Fischergalgenbesitzer aufgefordert worden, eine Versicherung abzuschliessen. Keller:

«Wir gehen davon aus, dass auch die heute Betroffenen eine solche haben. Eine zusätzliche Unterstützung des Kantons müsste abgeklärt werden.»

Zu den weiteren Schritten sagt Keller: «Bis jetzt war eine detaillierte Untersuchung der Böschung nicht möglich. Sobald der Zustand des Böschungsfusses klar ist, werden weitere Massnahmen geprüft.»

Aktuelle Nachrichten