Fischerei

Invasiver Krebs als lokale Delikatesse – auch in Basel

Der aus Amerkia stammende Signalkrebs macht sich auch in Basler Gewässer breit.

Der aus Amerkia stammende Signalkrebs macht sich auch in Basler Gewässer breit.

Wie vielerorts kämpft man auch in Basler Gewässern mit sogenannten invasiven Arten, die hierzulande die Biodiversität gefährden. Dazu gehören unter anderem die Grundel im Rhein, aber auch nordamerikanische Krebsarten wie der Signalkrebs, der einheimischen Tieren das Leben schwer macht.

Laut Matthias Nabholz, Leiter des Basler Amts für Umwelt und Energie, kommt der Signalkrebs in allen Oberflächengewässern wie der Wiese oder in Weihern vor. «Die ersten Nachweise über den Signalkrebs datieren aus den 1990er-Jahren», sagt Nabholz. Seit ein paar Jahren sei die Population «auf hohem Niveau konstant».

Das Problem: Die Tiere verdrängen die einheimischen Arten und verbreiten ausserdem die Krebspest, gegen die sie selber resistent sind. Die bisherige Praxis, den invasiven Tieren Herr zu werden, ist: abfischen, töten und entsorgen.

Genusswoche interessiert sich für Signalkrebse

Doch könnte man die Tiere nicht auch zum Verzehr anbieten und damit sinnvoll verwerten? Diese Frage beschäftigte Beda Baumgartner, Vizepräsident der SP Basel-Stadt und Grossrat, der am vergangenen Dienstag eine entsprechende Anfrage beim Regierungsrat einreichte. «Gerade Signalkrebse könnte man auch gastronomisch verwerten», sagt Baumgartner auf Nachfrage. Er bezieht sich dabei auf die Initiative eines Hobbyfischers, der Signalkrebse aus der Birs dem Hotel Krafft verkauft.

Ausserdem verweist Baumgartner auf die Aussage des Fischerei-Aufsehers aus dem Baselbiet, der kürzlich gegenüber der Zeitung «20 Minuten» angab, dass die Krebse, würden sie entsprechend betäubt, im Kochtopf landen könnten. «Es wäre doch sinnvoll, die invasiven Krebse als lokale Produkte zu vermarkten», meint Baumgartner.

Tatsächlich landen auch Basler Signalkrebse bereits heute auf Tellern – wenn auch nur vereinzelt. «Wir nehmen entsprechende Anfragen von Gastronomen gerne entgegen», sagt Matthias Nabholz. So gibt es aktuell eine Anfrage der Basler Genusswoche, die vom 17. bis 27. September in der Markthalle stattfindet, ein paar dieser nordamerikanischen Flusskrebse in einer Bouillabaisse, einer Art Fischeintopf, zu verarbeiten.

Signalkrebse aus Basler Gewässern sind eher klein

Allerdings merkt Nabholz an: «Viele der Signalkrebse, die wir abfischen, sind klein und daher aufwendig zu verwerten.» Zwar kann laut Angaben der Berner Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion ein Männchen bis zu 16 Zentimeter lang werden und äusserlich wie geschmacklich einem Hummer gleichen. Weil man sie aber ständig abfische, kommen Krebse dieser Grösse in Basler Gewässern laut Nabholz nur selten vor.

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