Wirtschaft

Investoren kritisieren den Murdoch-Deal – Fragezeichen zum Basler MCH-Teilverkauf

Der designierte Messe-Grossaktionär James Murdoch stellte sich während der Medienkonferenz der MCH Group in einer Videobotschaft voll hinter die Strategie der Messebetreiberin.

Der designierte Messe-Grossaktionär James Murdoch stellte sich während der Medienkonferenz der MCH Group in einer Videobotschaft voll hinter die Strategie der Messebetreiberin.

Übernahmekommission billigt die komplexen Transaktionen zwischen der Basler MCH-Group und der Lupa Systems von James Murdoch – mit Beschwerdefrist allerdings. Derweil ein Schweizer Finanzportal akribisch Ungereimtheiten im Namen von Investoren auflistet.

Das Online-Finanzportal «The Market» listet akribisch auf, welche «Ungereimtheiten» beim Deal zwischen der MCH Group und der Lupa Systems von James Murdoch bestünden. Der Messekonzern hat vergangene Woche kommuniziert, dass die New Yorker Investmentgesellschaft maximal 74 Millionen Franken für eine Kapitalaufstockung aufwendet und damit einen Anteil von bis zu 44 Prozent übernimmt.

Wie viel Murdoch tatsächlich investiert und wie hoch entsprechend seine Anteile sein werden, hängt davon ab, ob die anderen privaten Aktionäre ebenfalls neue Aktien zeichnen. «The Market» kritisiert im Namen von nicht klar benannten Investoren die Struktur der geplanten Kapitalerhöhung:

  • Murdoch sei in den Verhandlungen bevorzugt worden, was sich daran zeige, dass anderen Investoren verweigert worden sei, einen Einblick in die Geschäftsbücher zu nehmen.
  • Der Bezugspreis für die neuen Aktien sei mit 10 Franken zu tief angesetzt. Der Vorwurf lautet, dass sich Murdoch dadurch zu einem «Schleuderpreis» einkaufen könne.
  • Die Tatsache, dass die öffentliche Hand (Basel-Stadt, Kanton und Stadt Zürich) keine neue Aktien zeichne, sei «fragwürdig», weil dadurch ein rechnerischer Schaden von 15 Millionen Franken entstehe, von dem allein Basel-Stadt 13 Millionen Franken zu tragen habe.

Die Vorhaltungen in der Liste sind in ihrer Grundstruktur nicht neu, werden jetzt aber teilweise zusätzlich mit Verweisen auf das Obligationenrecht und die Unternehmensstatuten untermauert.

Eine Verfügung über 22 Seiten

Die Übernahmekommission des Bundes hat nun in einer 22-seitigen Verfügung die komplexen Transaktionen grundsätzlich bewilligt. Insbesondere müssen weder Basel-Stadt noch Lupa Systems den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten, obwohl sie nach den Börsengepflogenheiten dazu verpflichtet wären.

Gegen die Verfügung können Aktionäre Beschwerde bei der Finanzmarktaufsicht oder Einsprache bei der Übernahmekommission erheben, sofern sie mehr als drei Prozent an der Firma halten. Viel Zeit bleibt ihnen dazu allerdings nicht.

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Autor

Christian Mensch

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