Bei Sareena Overwater von einem neuen Basler Musikgesicht zu sprechen, wäre vermessen. Zu lange bewegt sie sich schon im Musikbusiness. Doch dies zuletzt meist im Ausland. Nachdem sie vor zwei Jahren ihr Debütalbum «Overwater», das sie in Dublin aufgenommen hatte, veröffentlichte, präsentiert sie morgen im Tabourettli im Theater Fauteuil ihr Zweitwerk «Moments in Time».

Vergleichbar seien die beiden Scheiben nicht, wie die Basler Sängerin selber betont. Das erste Album wurde zusammen mit einer irischen Formation aufgenommen, die ihre Instrumente einzeln einspielte. «Moments In Time» ist ihr erstes Soloalbum. «Mein Gesang und mein Klavier- beziehungsweise Gitarrenspiel wurden gleichzeitig aufgenommen. Dies ergibt eine ganz andere Authentizität», beschreibt Overwater. Auf dem Album herrscht eine Live-Atmosphäre. Die Perfektion vieler heutiger Popalben, die im Studio so lange «frisiert» werden, bis sie makellos sind, ist weg. «Es ist die Tendenz zu ehrlicher, einfacherer Musik», erklärt die Sängerin. «Das ist Sareena pur, total ungeschminkt.»

Die Sehnsucht nach der Ferne

Das Album wurde nach der neuartigen Direct Stream Digital (DSD) Methode mit der einst für den Grammy nominierten Produzentin Cookie Marenco in Kalifornien aufgenommen. Diese hat die Schweizerin unter ihr Label genommen, nachdem sie nur einen Song gehört hatte und ihr vorgeschlagen, ein ganzes Album aufzunehmen. Es habe viel Mut gebraucht, um ein solches Album, auf dem auch mal ein Makel zu erkennen ist, zu veröffentlichen. «Es ist das, was übrig bleibt, wenn man alles andere weglässt. So kommt der Kern des Songs besser rüber», ist Overwater überzeugt. Der musikalischen Stilrichtung ist sie treu geblieben. Die Melancholie, das Sehnsuchts- und Hoffnungsvolle des Folk-Pop, irisch-keltisch angehaucht, kommen auch in «Moments In Time» rüber. «Wie schon in meinem ganzen musikalischen Schaffen geht es um Fernweh, um die Sehnsucht, die einen von zu Hause wegzieht, aber auch immer wieder zurückbringt.»

Zurück in die Heimat

Zwölf Songs sind auf «Moments In Time» vereint. Darin erzählt Sareena Overwater Geschichten, die ihr auch auf ihren Reisen begegneten. So auch im Stück «Sailor Boy», in dem sie die tragische Geschichte um einen Segler, der auf seiner letzten Reise untergeht, bevor er endgültig zur Frau nach Hause kehren wird. «Dies ging mir durch den Kopf, als ich an einem nebligen Tag an der Golden Gate Bridge sass und ganz fein ein einsames Boot durchschimmern sah.»

Im Titelsong «Moments In Time» rät sie, auch in schwierigen Momenten das Schöne mitzunehmen. «Das ist auch meiner verstorbenen Grossmutter gewidmet», betont Overwater. Neben den sechs neuen Songs spielte sie auch vier Lieder aus dem ersten Album in einer Akustikversion neu ein. Dazu kommen zwei Coversongs.

Zuletzt feierte Sareena Overwater im April 2014 eine intensive und erfolgreiche Clubtournee im Raum San Francisco. Die Reaktionen in den USA, wo sie auch noch in der Schweizer Botschaft in New York auftreten durfte, seien sehr positiv gewesen. Es ist diese Direktheit, die Overwater an der Musik so liebt. Erste Erfahrungen damit sammelte sie als Strassenmusikerin, als die sie auch in mehreren Ländern unterwegs war. «Du musst halt auch mal damit umgehen können, wenn dir niemand zuhört.» Nach den vielen Reisen soll ihr zu Hause vermehrt wieder die Region Basel sein. «Nachdem ich mich zuletzt in der ganzen Welt unterwegs war, ist es schön, nun mehr in die Basler Musikszene einzutauchen und auch schweizweit und im nahen Ausland aufzutreten.»

Zu sehen ist Sareena Overwater unter anderem an der B-Scene am 6. März im Parterre. www.overwatermusic.com