Mit einer Schusswaffe und einem Messer ging Chérif Chekatt am 11. Dezember in der Strassburger Innenstadt auf Passanten los. Die traurige Bilanz: fünf Tote, zwölf Verletzte. Zwei Tage später wurde Chekatt bei einem Schusswechsel mit der französischen Polizei getötet.

Der Täter, ein Franzose mit marokkanischen Wurzeln, war kein unbeschriebenes Blatt. Auch in Basel war der Kriminaltourist 2013 im Gefängnis gesessen, in Frankreich wurde er vom Geheimdienst überwacht. Was bislang unbekannt war: Chérif Chekatt hatte unmittelbar vor dem Attentat in Strassburg Basel einen Besuch abgestattet, für eine Diebestour. Das berichtete das «Regionaljournal Basel».

Achtmal hatte er in Basel innerhalb weniger Wochen bei einem Einbruch seine DNA hinterlassen – zuletzt am 12. Oktober 2018. Betroffen waren Apotheken, ein Restaurant, eine Confiserie und eine Wohnung.

Schulung in Gefängnissen

Der Basler Staatsanwalt Peter Gill bestätigt gegenüber der bz, dass der Täter national zur Fahndung ausgeschrieben gewesen sei. Allerdings habe man aus seiner Zeit im Basler Gefängnis keine Hinweise darauf gehabt, dass er sich radikalisieren könnte. So wurde er nach seiner 16-monatigen Haft 2013 ausgeschafft. Danach verloren ihn die Basler Behörden aus den Augen.

Ob die Radikalisierung Chekatts vor, während oder nach dem Gefängnisaufenthalt stattgefunden hat, lässt sich nicht sagen. Unabhängig von diesem Fall will die Basler Regierung ein Auge auf Radikalisierungen von Häftlingen in hiesigen Gefängnissen richten.

Wie aus der Antwort auf einen Vorstoss von SP-Grossrat Thomas Gander hervorgeht, soll künftig eine «flächendeckende Schulung» für die Gefängnisse Basel-Stadt und Baselland eingeführt werden. Dies mit Unterstützung der Anlaufstelle Radikalisierung und des Basler Religionsbeauftragten. Toprak Yerguz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements, sagt, noch dieses Jahr würde die Einführung der Schulungen gestartet.