IWB
Die Wärmepumpe, die nicht so will, wie gedacht

Die Industriellen Werke Basel beschafften zwei grosse Wärmepumpen bei der französischen Industriegruppe CNIM. Nun wird darum gestritten, wer die Nachbesserungen zu zahlen hat.

Christian Mensch
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Fernwärmeleitung der IWB.

Fernwärmeleitung der IWB.

IWB / BLZ

CNIM, der französische Konzern für industrielle Grossanlagen, war mächtig stolz. Im Rahmen einer europäischen Ausschreibung erhielt er den Zuschlag für die Lieferung von zwei grossen Wärmepumpen zur Effizienzsteigerung des Basler Fernwärmenetzes. Es war der erste Auftrag für eine solche Anlage, eine Referenz durch den grössten Schweizer Fernwärmeproduzenten, der im Anschluss weitere französische Kommunen folgten.

Die IWB starteten die Ausschreibung 2017. Von den drei eingereichten Offerten erhielt jene der CNIM Anfang 2018 den Zuschlag. Bei den gewichteten Kriterien Wirtschaftlichkeit (70 Prozent) und Konzept/Technik (30 Prozent) hatten die Franzosen mit einem Preis von 2,2 Millionen Franken das beste Angebot eingereicht. Für das zweite Quartal 2019 war die Installation der beiden, 6,5 Meter hohen und speziell für die Örtlichkeit angepassten Anlagen geplant, 30 Megawatt Wärme sollen sie produzieren.

Die Erwartungen der IWB haben sich nicht erfüllt

Nun zeigt sich, dass sich die Erwartungen nicht erfüllt haben. Eine einvernehmliche Behebung der Mängel sei jedoch nicht möglich gewesen, sagt IWB-Sprecher Erik Rummer auf Anfrage. Deshalb würden die Mängel durch Dritte behoben und diese Kosten im Rahmen der Haftung bei der CNIM geltend gemacht.

Doch dies scheint nicht so einfach. Um nicht in eine Verjährung zu geraten, haben die IWB vorsorglich beim Basler Zivilgericht eine Schlichtungsklage eingereicht. Ob es auch zu einem Gerichtsverfahren kommen wird, ist noch offen. Es hängt zum einen davon ab, wie CNIM auf die Basler Forderungen reagiert, und zum anderen, wie die weitere Mängelbehebung verlaufen wird. Denn diese ist gemäss IWB weiterhin nicht abgeschlossen.