Grimsel-Staumauer
IWB: «Entscheid zur Aufstockung offen»

Das Bundesgericht hat den Entscheid des Berner Verwaltungsgerichtes zurückgepfiffen. Demnach hätte die Staumauer nicht erhöht werden dürfen.

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Ob die Staumauer aufgestockt wird, ist noch offen. Peter Klaunzer/Keystone

Ob die Staumauer aufgestockt wird, ist noch offen. Peter Klaunzer/Keystone

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Der Energieversorger Industrielle Werke Basel (IWB) ist an verschiedenen Kraftwerken beteiligt, so auch mit 16,7 Prozent an den Kraftwerken Oberhasli (KWO) im Kanton Bern. Die KWO hegen den langfristigen Plan, den Wasserspiegel des Grimselsees um mehr als 23 Meter zu erhöhen. Das Berner Verwaltungsgericht hiess 2015 eine Umwelteinsprache gegen eine Staumauer-Erhöhung gut. Am Mittwoch wurde das Verwaltungsgericht vom Bundesgericht zurückgepfiffen.

Zufriedenheit in Basel

Die IWB nimmt den Entscheid «mit Befriedigung zur Kenntnis». Ein Entscheid, ob und wann die Mauer erhöht werde, sei freilich noch nicht gefallen. «Die Aktionäre werden entscheiden, wie es weiter geht», sagt IWB-Sprecher Erik Rummer. Konkrete Pläne existierten noch nicht. Mit der Staumauererhöhung würde die Möglichkeit, Energie zu speichern, grösser. Umweltverbände erhoben Einspruch, weil ein Moorgebiet überschwemmt würde. Die Auseinandersetzung zeigt, wie die Produktion erneuerbarer Energien mit anderen Umweltzielen konfligieren kann.

Speicherseen würden in der künftigen Energiepolitik eine noch wichtigere Rolle spielen als heute, heisst es bei den IWB. Dies, weil immer mehr private Anbieter Strom in das Netz einspeisten – und zwar nach meteorologischer Lage (Wind, Sonne).

Tiefe Strompreise

Nur: Wasserkraft ist derzeit je nach Abschreibungsgrad der Kraftwerke und Strommarktpreis nicht rentabel. Bei den KWO beträgt der durchschnittliche Strompreis 5,48 Rappen pro Kilowattstunde, auf dem europäischen Markt werden rund drei Rappen bezahlt. Der Strom aus Pumpspeicherkraftwerken kann jedoch zu vergleichsweise hohen Preisen abgesetzt werden. Ist die Erhöhung der Mauer angesichts der Strompreise überhaupt noch opportun? Nein, derzeit sicher nicht, sagt KWO-Chef Daniel Fischlin gegenüber der bz.

Langfristiges Projekt

«Aber wir sprechen über ein Projekt mit einer Lebensdauer von mindestens 80 Jahren. Bis wir einen Bauentscheid fällen können, gehen noch einige Jahre ins Land.» Als nächstes hat das Berner Verwaltungsgericht die Frage zu klären, wie dort gebaut werden kann. Auch dieser Entscheid kann angefochten werden. «Und in fünf bis sieben Jahren sieht die Energiewelt auch wieder anders aus», sagt Fischlin.

Auch KWO-Verwaltungsratspräsident Werner Luginbühl sagt, dass noch andere Optionen existierten. Neben der Aufstockung der Grimselsee-Mauer sei auch die Nutzung des Triftsees denkbar. Dieser sei in den vergangenen Jahren entstanden, weil der nahe Gletscher am Schmelzen sei. (sts)

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