Der Israeli Kobi Levi scrollt auf seinem Smartphone und zeigt hunderte Bilder von Schuhen, die farblich und von der Form her doch erstaunen lassen. Ein Mann als Schuhfetischist – ungewöhnlich. Doch bei Kobi Levy ist dies Alltag. Er ist von Beruf Schuhdesigner und entwirft Schuhe in allen möglichen Kreationen.

Mehrere seiner Werke sind seit heute und noch bis im April in einer Sonderausstellung im Spielzeug Welten Museum Basel zu sehen. «Für mich sind Schuhe eine Art Kunstform, in die ich Bilder hineininterpretieren kann», erklärt Levi seine Leidenschaft. Ihn würden die unzähligen Formen faszinieren, in denen man Schuhe gestalten kann. «Jedes Design hat eine andere Geschichte. Oftmals wähle ich auch für einen Schuh ein spezielles Thema, das ich zum Ausdruck bringen möchte.»

Madonna-Schuh mit blondem Schwanz

Kobi Levi hat sich in der Schuhdesignszene einen Namen gemacht. Walt Disney habe ihn für eine Kooperation angefragt, erzählt er stolz. Entstanden sind drei Paar Schuhe im Design von Schneewittchen, der bösen Meereshexe Ursula aus dem Film «Arielle» und einer Fee. «Ich wollte die Schuhe nicht einfach bedrucken, sondern die Persönlichkeit der Figuren lebendig werden lassen.»

Beim Tragen der Schuhe sind die Figuren nicht zu sehen. «Die Schuhträgerin soll dann die Empfindungen der Figur selber fühlen», so Levi. Der Schuhdesigner hat bekannte Abnehmer für seine aussergewöhnliche Fussbekleidung. Bereits trugen Popstar Lady Gaga in einem ihrer Videos und Jorge Gonzalez, bekannt als High-Heels-tragender Juror bei «Germany’s Next Topmodel» und «Let’s Dance», Schuhe von ihm. Unter anderem trug der extrovertierte Modeljuror einen Schuh, der mit seinem blonden Rossschwanz an die junge Madonna erinnern soll. Bei Kobi Levi ist jedes Paar Schuhe ein langer Prozess. «Mir ist auch wichtig, dass jeder Schuh, so aussergewöhnlich er auch sein mag, auch tragbar ist.»

Der Schuh als Satussymbol

Und das sind von den knapp 300 Schuhpaaren in der Sonderausstellung bestimmt nicht alle. 52 von ihnen sind Designschuhe – die vor allem durch ihr spezielles Aussehen beeindrucken. Der Grossteil der Ausstellung umfassen die historischen Schuhe. Dazu kommen Schuhaccessoires und eine Schuhwerkstatt um 1900.

«Man sieht, dass sich Trends von früher heute wiederholen», erklärt die Museumsgeschäftsführerin und Kuratorin Laura Sinanovitch. «Die Ballerinas von heute trug auch schon Napoleon.» Wie heute standen Schuhe auch für Statussymbole. «Bei den Römern war klar festgelegt, wer welche Sandalen tragen darf.»

Die eigenen Schuhe nachproduzieren

Die Sonderausstellung umfasst 49 Künstler aus 18 Ländern. Die Vielfalt der Werke ist enorm. «Alles kann zu einem Schuh umfunktioniert werden», findet Sinanovitch beim Blick auf Paare aus Federn, Nägel oder Besteck. Es war immer so und wird immer so sein. «Schuhe faszinieren weltweit». Ein Grossteil der Werke stammt aus dem Northhampton Museums and Art Gallery in England. Aus Richmond nahe London wird während der Ausstellung mehrfach ein Schuhmacher anreisen, mit dem man zusammen den eigenen, in die Jahre gekommenen Schuh nachproduzieren kann.