Grenzacherstrasse

Ja, welches Haus wird denn jetzt abgerissen? Warteck Invest schreckt Basler Mieter auf

Dem Abbruch geweiht: Die Grenzacherstrasse 69.

Dem Abbruch geweiht: Die Grenzacherstrasse 69.

Warteck Invest schreckt mit einem fehlerhaften Baubegehren die Bewohner der Grenzacherstrasse 71 auf. Plötzlich stand da: «Abbruch Mehrfamilienhaus Grenzacherstrasse 71».

Bei den Bewohnern der Grenzacherstrasse 71 beim Wettsteinplatz herrscht seit vergangener Woche Ungewissheit – ja Angst. Ohne von der Verwaltung vorgewarnt worden zu sein, prangte am Dienstag eine Baupublikation an ihrer Liegenschaft. Darauf stand: «Grundsatzfragen zum Bauvorhaben: Abbruch Mehrfamilienhaus Grenzacherstrasse 71».

Der Confiseur Oskar Herzig fiel aus allen Wolken. Er hat in der betroffenen Liegenschaft sein Büro. Der ehemalige SVP-Grossrat machte seinem Ärger umgehend auf Facebook Luft. «Zeitgeist oder moderne Kommunikation?», schrieb er. «Als Mieter privat und mit unserer Firma wurden alle Mieterinnen und Mieter durch das Anbringen dieses Plakats informiert! Wir sind alle schockiert.»

Abbruch der Liegenschaft wird keine aktuellen Mieter treffen

Näheres zum Vorhaben der Warteck Invest AG konnten die Bewohner nicht in Erfahrung bringen. Das Bauinspektorat liess verlauten, das Baubegehren sei fehlerhaft und müsse überarbeitet werden. Ab heute Mittwoch liegt die korrigierte Version auf. Der Inhalt wird ein allgemeines Aufatmen bei den rund elf Mietparteien an der Grenzacherstrasse 71 zur Folge haben. Denn: Im neuen Baubegehren ist nicht mehr vom Abbruch ihrer Liegenschaft die Rede, sondern vom Abbruch des angrenzenden Gebäudes. Die Bewohner des betroffenen Hauses werden die Botschaft mit Fassung tragen. Es handelt sich um sechs möblierte Appartements für Expats, die meist nicht länger als drei Monate in Basel bleiben. Der Spatenstich fürs neue Projekt dürfte nicht vor 2021 erfolgen – bis dahin sind alle aktuellen Mieter ohnehin wieder weg.

Überbauung mit Wohnungen zu «erschwinglichen» Preisen

Im Zuge der allgemeinen Aufregung hat die Immobilienfirma für heute eine Informationsveranstaltung für die Bewohner der Liegenschaften einberufen. Der Vertreter des Neubauprojekts, Daniel Petitjean von der Warteck Invest, sieht dem Anlass gelassen entgegen. «Wir können den Leuten die Angst nehmen und sie beruhigen: An der Grenzacherstrasse 71 werden keine Kündigungen ausgesprochen.»

Etwas Baulärm werden sie freilich über sich ergehen lassen müssen. Petitjean rechnet mit einer Bauzeit von zirka 18 Monaten für den Neubau.

Dass das Projekt zu einem solchen Aufschrei führen würde, damit hätte Petitjean allerdings nicht gerechnet. Denn «eigentlich tun wir ja damit Gutes.» Will heissen: Warteck Invest schafft Wohnraum in Basel, wo dieser ein knappes Gut ist. «Wir planen eine schöne Überbauung mit 18 bis 20 Wohnungen», sagt Petitjean. Die Zweieinhalb- bis Viereinhalbzimmerwohnungen sollen sich preislich «im erschwinglichen Rahmen» bewegen, sagt Petitjean.

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