Die Kritik war harsch und deutlich: Eine völlig überlastete Bushaltestelle, nicht mal Taxis in der Nähe, schlechter Service, ein insgesamt ein «schmuddeliges» Erscheinungsbild. Nein, CVP-Grossrat Balz Herter war bei der Rückkehr aus seinen Ferien überhaupt nicht glücklich.

Auf sozialen Medien machte er seinem Ärger Luft, die bz berichtete. Die Reaktionen aus der bz-Facebook-Community gaben ihm recht: Weit über 20 Nutzer beklagten sich ebenfalls über die Zustände am Flughafen.

FB-Reaktionen zu EAP-Kritik

Deutlich in die Jahre gekommen

Jetzt kontert der Euro-Airport (EAP). «In einem Satz: Verbesserung der Servicequalität für unsere Passagiere ist ein zentrales Anliegen und es wird daran kontinuierlich gearbeitet», sagt Flughafensprecherin Vivienne Gaskell.

Es stimme, dass die Ankunftsebene in die Jahre gekommen sei. «Hier brauchen wir mehr Kapazität und ein freundlicheres Umfeld, erweiterte Einreisekontrollstellen und einen besseren Zugang zu den Gepäckbändern», so Gaskell. In den Jahren 2018 und 2019 investiere der EAP über sechs Millionen Euro in diesen Bereich.

Viele Renovationen nötig

Überhaupt, die Investitionen. Knapp 40 Millionen fliessen dieses Jahr in Infrastruktur und Dienstleistungen, so Gaskell: «Darunter fallen die Renovierung der Vorfeldflächen sowie diverse Sanierungsarbeiten an Zufahrtswegen und Parkplätzen.»

Das umfasst auch die Renovation der Ankunftsebene, neue Sanitäranlagen und neue Beschilderungen im Passagierterminal. Im Vordergrund stünde die Optimierung der Passagierwege, die kurz und übersichtlich bleiben sollen. Und der Service.

Die Umstände der Albtraumankunft

Gaskell klärte für die bz zudem die Umstände ab, wie es zu Herters Albtraumankunft vom 18. Juli kommen konnte. «An diesem Abend zwischen 22.20 und 22.50 Uhr kam es zu einer unerwarteten Konzentration von verspäteten beziehungsweise verfrühten Flügen bei der Ankunft. Das ausserplanmässig hohe Verkehrsaufkommen führte zu längeren Wartezeiten als üblich.»

Die Gründe für die verschobenen Ankunftszeiten seien auf externe Faktoren zurückzuführen: Überlastung des europäischen Luftraums, schlechtes Wetter sowie Ankunftspünktlichkeit der Airlines. Eine unerwartete geballte Ankunftswelle wie gerade jene sei operationell äusserst anspruchsvoll, da Abweichungen in einer extrem kurzen Zeitspanne abgehandelt werden müssen.