Jazz- und Bluesfestival
Musikalische Vereinigung von Gross- und Kleinbasel: «Em Bebbi sy Jazz» und «Summer Blues» finden dezentralisiert statt

Geschlossene Innenhöfe und Streetbands, die umher ziehen. Die Organisatoren der beiden Festivals machen zum ersten Mal gemeinsame Sache.

Ali Ahmeti und Maximilian Karl Fankhauser
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Konzerte wie hier auf dem Rümelinsplatz finden am diesjährigen «Em Bebbi sy Jazz» nicht statt. An 13 Orten in der Grossbasler Innenstadt darf sich dennoch auf einen musikalischen Abend gefreut werden.

Konzerte wie hier auf dem Rümelinsplatz finden am diesjährigen «Em Bebbi sy Jazz» nicht statt. An 13 Orten in der Grossbasler Innenstadt darf sich dennoch auf einen musikalischen Abend gefreut werden.

Archivbild: Juri Junkov

Jazz und Blues in der Basler Innenstadt. Eine Premiere, die diesen Freitag stattfinden wird. Zum ersten Mal in der Geschichte von «Em Bebbi sy Jazz» und «Summer Blues» finden die beiden Festivals am gleichen Abend statt. «Em Bebbi sy Jazz» findet heuer zum 37. Mal statt. «Die diesjährige Ausgabe findet unter dem Motto ‹local newcoming› statt. Wir wollen jungen regionalen Künstlern Gehör verschaffen», erzählt OK-Präsident Peter Eichenberger. Rund 40 Formationen spielen an 13 Spielorten in einem 700mx700m-Rayon in der Grossbasler Innenstadt. «Damit es keine Menschenansammlungen gibt, werden nur geschlossene Innenhöfe bespielt.» In diesem Jahr sind aufgrund des Schutzkonzeptes nur 13 von den möglichen 32 Orten bespielbar.

Ein Festival – drei Teilbereiche

Aus diesen Gründen sei man auch auf eine Dezentralisierung bedacht gewesen, erzählt der Sicherheitsverantwortliche des Festivals, Pascal Degen. Das Festival bestehe aus drei Teilbereichen: den Innenhöfen, der Allmend und den Gastropartnern. In den Innenhöfen sei der Zugang ohne Beschränkungen möglich. Dies dank Zertifikatkontrollen, die an den jeweiligen Eingängen vom Sicherheitspersonal durchgeführt werde. Auf der Allmend seien zehn Streetbands unterwegs, die dafür sorgen sollen, dass die Menschenansammlungen ausbleiben. Den dritten Spielort bilden die Gastropartner. «Dort ist der Zugang entweder mit dem Zertifikat oder bei Einhaltung der vorgegebenen Regeln des Bundesamt für Gesundheit möglich», sagt Degen. Zusätzlich appelliert er an die Selbstverantwortung der Besucher, sich selbst und andere zu schützen.

Vor allem die Planungsunsicherheit sei bei der Organisation des Festivals ein Knackpunkt gewesen, sagt Michael Santeler, Sponsoring-Verantwortlicher vom «Em Bebbi sy Jazz». «Bereits im Oktober haben die Planungen begonnen. Dank der Sponsoring-Zusagen hatten wir früh Sicherheit, dass wir das Festival durchführen können.»

Eine einmalige Zusammenarbeit

Eduard Löw, der für das Musikprogramm verantwortlich ist, beschreibt «Em Bebby sy Jazz» wie folgt: «Wir setzen in diesem Jahr auf Qualität statt Quantität.» Der Fokus läge wie eingangs erwähnt auf Newcomern. Löw nennt diese «Glocal Newcomers»: «Es spielt sich viel im Lokalen ab, aber auch der globale Einfluss ist sichtbar.» Highlights am Freitag seien Nicolas Bachmann, Gewinner des RegioSoundCredit 2020 des Rockförderverein, Miss C-Line, die an der Jazzschule der Musikakademie studierte und Sam Himself, Indie-Rocker, der in den letzten Jahren viel Zeit in Brooklyn verbrachte. Sie werden im Stadthaus und Schmiedenhof zu sehen sein. Sam Himself, Headliner, freut sich, «dass sein ‹Chessel› das Plakat ziert». Was auffällt, ist dass eher nicht-jazzige Line-up. Dies könnte daran liegen, dass sich die Organisatoren für ein jüngeres Publikum öffnen wollen.

«Summer Blues»-Präsident Thomas Aegerter zeigt sich erfreut über die enge und zuvorkommende Zusammenarbeit mit den Grossbasler Kollegen. Wer einmal sein Zertifikat gezeigt habe, sei in den Lokalen beider Stadtteile mit einem Bändeli zutrittsberechtigt. «Sind bei uns im Normalfall ein Drittel Internationale Bands, so fahren wir in diesem Jahr die lokalere Schiene.» Die Konzerte in der Rheingasse seien aufgrund des Sicherheitskonzepts in diesem Jahr nicht durchführbar. Weitere Zusammenarbeiten wie diese seien aber nicht in Planung. «Wir spielen traditionell vor den Sommerferien, die Grossbasler Kollegen traditionell danach. Das soll auch in Zukunft wieder so sein», findet Aegerter.

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