Hafen St. Johann

Jetzt erhält auch Basel einen Hafenkran

Die beiden Hafenkräne in Strassburg stehen an ihrem Originalstandort. Früher waren hier ein Hafen, Lagenhallen und eine Industriezone.

Die beiden Hafenkräne in Strassburg stehen an ihrem Originalstandort. Früher waren hier ein Hafen, Lagenhallen und eine Industriezone.

Ein Kran aus dem abgebrochenen Hafen St. Johann soll als Erinnerung an der Rheinuferpromenade aufgestellt werden, die jetzt hier verläuft – letzte Abklärungen zu den Einzelheiten laufen.

In wenigen Wochen wollen Novartis und der Kanton Basel-Stadt über das Projekt informieren, einen alten Kran des ehemaligen Hafens St. Johann zu restaurieren und als Industriedenkmal an der Rheinuferpromenade, die von Basel St. Johann ins elsässische Huningue führt, wieder aufzustellen.

«Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber die letzten Vorbereitungen zu den Vertragsabschlüssen laufen. Den Standort müssen wir noch genau mit den Behörden diskutieren», berichtet Novartis-Mediensprecherin Sileia Urech. Der Kran wird derzeit anscheinend in Huningue zwischengelagert.

Dass der Kran kommt, bestätigt auch Daniel Hofer, Mediensprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements. «Zwischen Novartis und dem Kanton Basel-Stadt laufen zurzeit letzte Abklärungen», schreibt er in seiner Mailantwort. «Wo, wann und wie der Kran zu stehen kommt, werden wir Ihnen voraussichtlich diesen Herbst mitteilen können», heisst es weiter. Umfassender über den Hafenkran des ehemaligen Rheinhafens St. Johann zu berichten, sei aber zum «jetzigen Zeitpunkt zu früh.»

Ursprünglich sollte der Kran bereits zur Eröffnung der Rheinuferpromenade stehen. Diese hatte sich mehrfach verzögert und war schliesslich im April diesen Jahres über die Bühne gegangen. Aufgrund der noch laufenden Lindan-Sanierung auf der französischen Seite gleich hinter der Grenze ist der Uferweg allerdings bis zum Abschluss der Arbeiten 2017 nur am Wochenende durchgängig auch auf der französischen Seite geöffnet.

Erinnerung an den alten Hafen

Mit der Idee, einen der fünf ehemaligen Kräne des Hafens St. Johann zu kaufen, und zwar denjenigen, der der Dreirosenbrücke am nächsten stand, liebäugelt Novartis bereits seit geraumer Zeit. So hatte die bz schon vor Jahren einen Novartis-Mediensprecher mit den Worten zitiert: «Es bestehen Ideen, dass dieser Kran eventuell später restauriert und wieder aufgebaut werden könnte – als Reminiszenz an den ehemaligen Hafen.»

Was die Umsetzung der Idee kostet, ist offiziell nicht bekannt. Aber die bz hatte in ihrem damaligen Artikel eine Summe von einer Million Franken ins Spiel gebracht – zurückzuführen auf den Aufwand für Demontage, Lagerung, Sanierung und Wiederaufbau.

Einfacher und günstiger muss dies in Strassburg gewesen sein: Die beiden Kräne (siehe Foto) sind an ihrem Originalstandort geblieben und sollen an die Hafenaktivität erinnern; eine Entscheidung der ehemaligen Oberbürgermeisterin Catherine Traummann, die derzeit Präsidentin des Strassburger Hafens ist. Ursprünglich waren es vier Kräne. Die Industriezone mit ihren Lagerhallen und Speichern wurde bis in die Jahre 2000 von der Firma Seegmuller betrieben, nach deren Namen sie auch benannt wurde.

Eine riesige Mediathek

Heute ist das Gebiet nicht wiederzuerkennen. Eine der Lagerhallen, links hinter den Kränen, wurde zur Mediathek André Malraux umgebaut, die auf 11 800 Quadratmetern mehr als 160 000 Dokumente zur Verfügung stellt. Um das alte Hafenbecken finden sich ausserdem ein internationales Universitätszentrum sowie die sogenannten Dock's mit 68 Luxuswohnungen.

Das Vorhaben ist Teil eines Gesamtprojekts namens «Deux Rives», das Bauland von 1,5 Millionen Quadratmeter umfasst und Strassburg wieder an den fünf Kilometer entfernten Rhein bringen soll, dessen französisches Ufer urbanisiert wird.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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