Basler Weihnacht

Jetzt erst recht: Auch ohne Weihnachtsmarkt sorgen diverse Angebote für besinnliche Stimmung

Der 32-jährige Weihnachtsstern kehrt dieses Jahr auf den Barfüsserplatz zurück.

Der 32-jährige Weihnachtsstern kehrt dieses Jahr auf den Barfüsserplatz zurück.

Es wird eine spezielle Weihnacht - auch in Basel. Der Weihnachtsmarkt ist abgesagt. Nun präsentiert der Verein Basler Weihnacht ein Alternativprogramm. Dazu gehören viele Lichter und Lämpchen sowie Confiserie-Angebote.

Kein Glühwein auf dem Barfi. Kein heimlicher, nach heisser Schokolade schmeckender Kuss hinter dem Hutladen. Keine Freunde aus dem Ausland, die Raclette auf dem Münsterplatz essen wollen und keine strahlenden Augen des Patenkindes im Märchenwald. Eine solche Weihnachtszeit hat Basel noch nie erlebt.

«Aber Trübsal zu blasen bringt nichts», sagte Gabriel Barell, Präsident Verein Basler Weihnacht, gestern vor den Medien. Wegen der pandemiebedingten Absage des Basler Weihnachtsmarktes organisiert das Präsidialdepartement ab dem 26. November alternative Angebote. «Jetzt erst recht», sagt Gabriel Barell.

Auf dem Barfüsserplatz erlebt der grosse Weihnachtsstern ein Revival. Das Kunstwerk von Hans-Peter Hort prägte von 1988 bis 2016 den Basler Weihnachtsmarkt. Der Stern mit seinen 280 Lämpchen ist sechs Meter hoch und vier Meter breit. Er soll allen Freude in der etwas anderen Weihnachtszeit bescheren. Weitere Beleuchtungen rund um die Barfüsserkirche sowie in der Konzert-, Kaufhaus- und Barfüssergasse sollen ebenfalls für Ambiente sorgen, ergänzt durch Confiserie-Angebote.

Weihnachtliches Riesenrad und Schneekugelbeleuchtung

Auf dem Münsterplatz bietet anlässlich des 550-Jahr-Jubiläums der Basler Herbstmesse das weihnachtlich geschmückte und beleuchtete Riesenrad noch bis am 3. Januar einen Ausblick über die Stadt. Dort steht auch die von Johann Wanner geschmückte Weihnachtstanne und eine Schneekugelbeleuchtung im Baumhain lädt zum Flanieren ein. Für die Händler des Weihnachtsmarkts gibt es einen kleinen Trost: Sie können ihre Produkte online anbieten.

«Die Absage fiel uns nicht leicht», sagte Sabine Horvath, Leiterin Aussenbeziehungen und Standortmarketing. Aber die Regelung, dass Menschen nur noch sitzend konsumieren dürften und das an Tischen von höchstens vier Personen, mache den Betrieb unmöglich. «Die Pandemie wollte es anders», sagte Horvath. Basel sei eine der letzten Städte gewesen, die den Entscheid getroffen habe. Dabei sei die Stadt in steter Absprache mit anderen europäischen Städten geblieben, etwa mit Wien.

Ausfall reisst Loch von drei Millionen Franken in Kasse

Dem Kanton fehlen übrigens unter anderem wegen Standmieten von Herbstmesse und Weihnachtsmarkt dieses Jahres rund drei Millionen Franken in der Kasse. Und: Rund 10000 Tassen für den Basler Weihnachtsmarkt seien bereits produziert worden, allerdings ohne Jahreszahl auf dem Bild, sagte Horvath.

Unter der Situation leiden auch Tourismus und Wirtschaft. Weil die Gäste aus dem Ausland fehlen, richten sich die diesjährige Weihnachtsaktivitäten vor allem an die Baslerinnen und Basler. Und diese strömen derzeit in Massen in die Stadt (die bz berichtete).

Mathias Böhm, Geschäftsführer Pro Innerstadt Basel, sagte: «Wir freuen uns über die vielen Kunden. Aber darüber schwebt immer das Corona-Damoklesschwert.» Er appelliert an die Kundschaft, die Corona-Massnahmen einzuhalten. Nur so kann nächstes Jahr auf dem Barfüsserplatz wieder Glühwein getrunken und Fondue gegessen werden.

Mehr Infos

www.basel.ch/weihnachtsmarkt

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