«Öffentliche Selbstzerfleischung». So beschrieb einer der Votanten an der Versammlung das Zerwürfnis zwischen den Robi-Spiel-Aktionen und der GGG. Tatsächlich bleibt für Aussenstehende kaum nachvollziehbar, weshalb sich zwei Organisationen, die in Basel beide einen riesigen Goodwill geniessen, derart überwerfen konnten.

Die Vehemenz, mit der die Auseinandersetzung zeitweise geführt worden war, ist mit Meinungsverschiedenheiten nicht mehr zu erklären. Vielmehr spielten offenbar persönliche Befindlichkeiten eine wichtige Rolle.

Nun haben die Robi-Spiel-Aktionen ihr Ziel erreicht. Der Verein wird unabhängig von der GGG. Dass diese die Robis ziehen lässt, dürfte wohl kaum ein Entscheid aus Überzeugung gewesen sein. Ausschlaggebend für die überraschend schnell gefundene Lösung war viel eher der Druck, den die Mitarbeiter und Sympathisanten der Robi-Spiel-Aktionen in den letzten Wochen aufgebaut hatten, als sie sich im Vorfeld der Versammlung reihenweise als GGG-Mitglieder anmeldeten.

Davon auszugehen, dass sich die ganze Krise damit in Wohlgefallen auflöst, wäre allerdings ein Trugschluss. Denn nicht nur fehlt den Robis nun der Sündenbock für die Krise, mit der Trennung muss der Verein künftig seine Probleme selber lösen. Und die Art und Weise, wie die aktuelle Krise zustande gekommen ist, wirft einige Fragen auf. So fehlt noch immer eine Erklärung, wie der Verein innert eines Jahres ein Defizit von 600'000 Franken anhäufen konnte und wie es passieren konnte, dass man eine halbe Million Franken zu viel einkalkuliert hat.

Die Unabhängigkeit ist für die Robi-Spiel-Aktionen mit der Aufgabe verbunden, gründlich über die Bücher zu gehen und Strukturen aufzubauen, welche einem Betrieb mit einem jährlichen Umsatz von 12 Millionen Franken entsprechen. Es ist zu hoffen, dass die Robi-Verantwortlichen nun, da ihre grösste Forderung erfüllt ist, die Unterstützung der GGG auf dem Weg in ihre neu gewonnene Unabhängigkeit annehmen.