Musik

Jetzt hat auch Basel seinen eigenen Soundtrack

«Was hörst du gerade? nun auch aus Basel - realisiert von «KleinFilm»

«Was hörst du gerade? nun auch aus Basel - realisiert von «KleinFilm»

Zwei Hobbyfilmer von «KleinFilm» haben sich gefragt, welchen Song Basler Passanten gerade hören. Philippe Jost und Filip Glanzmann sind mit der Kamera auf die Strasse gegangen und haben sich umgehört.

Ganz nach der Idee des Amerikaners Ty Cullen, der in New York erste Umfragen durchführte, haben sich auch zwei Basler Hobbyfilmer gefragt: Welcher Musiksong läuft gerade auf dem iPod oder dem MP3-Player des Gegenübers? Mit einer Kamera bewaffnet sind sie auf die Strasse gegangen und haben Passanten mit Ohrenstöpseln in den Ohren ein Schild vorgehalten: «Welchen Song hörst du gerade?»

«Zuvorkommend und offen»

Hinter dem fertigen, 5 Minuten und 48 Sekunden dauernden Film steckt jede Menge Arbeit. Im gesamten waren Philippe Jost und Filip Glanzmann zwei Tage in der Basler Innenstadt unterwegs. An Pfingsten machten sie sich zum ersten Mal auf die Suche nach Musik-hörenden Passanten. «Die Leute waren sehr zuvorkommend und offen», meint Jost rückblickend. Am ersten Drehtag hätten sie lediglich zwischen zwei und drei Nein zu hören bekommen.

«KleinFilm»: Philippe Jost (links) und Filip Glanzmann

«KleinFilm»: Philippe Jost (links) und Filip Glanzmann

Am letzten Sonntag wären dann die Redaktionen nicht mehr so gut ausgefallen. Viele hätten abgewunken. Vielleicht sei auch am schlechten Wetter gelegen. Dennoch hält Jost fest: «Grösstenteils sind wir sehr positiv überrascht gewesen. Die meisten machten mit Freude mit.» Rund dreiviertel aller Angesprochenen hätten Ja gesagt.

Qualität stimmte nicht immer

Womit die beiden Hobbyfilmer nicht gerechnet haben: «Es waren gar nicht so viele mit Kopfhörern unterwegs».

Waren die Aufnahmen einmal im Kasten, dauerte die Nachbearbeitung gerade noch ungefähr vier Stunden. Fünf bis sechs Aufnahmen konnten Just und Glanzmann nicht verwenden. «Die Qualität stimmte nicht», erklärt Jost. Einige Aufnahmen seien verwackelt gewesen.

Filmen als Freizeitprojekt

Der 34-Jährige und sein 29-jähriger Kollege Filip Glanzmann haben sich 2010 zu «KleinFilm» zusammengetan. Kurze Dokumentationen, Interview-Filme und Stimmungsfilme gehören zu ihren Arbeiten. «Wir sind beide filmbegeistert», sagt Philippe Jost. Für ihn und Glanzmann ist «KleinFilm» ein Freizeitprojekt. Jost arbeitet bei der Arbeitslosenkasse, sein Kollege ist Lehrer. Was Hobby ist, kann aber auch zu mehr werden. «Klar ist es ein Fernziel, mehr im Film zu arbeiten», so der 34-Jährige.

Deshalb sind sie auch ständig auf der Suche nach neuen Projekten, die sie umsetzen können. Dabei sind sie auf Ty Cullen gestossen. «Damals wurde die Idee in New York, London und Stockholm umgesetzt», erzählt Jost. Ein solches Projekt würde für die «Weltstadt Basel» noch fehlen, dachten beide.

Erst als sie ihr Projekt vorangetrieben hatten, stellten sie fest: Inzwischen hatten noch mehr Leute rund um den Globus solche Kurzfilme ins Netz gestellt. Bei der Basler Version ist auffällig, dass viele nicht auf Anhieb den Songtitel plus Bandname nennen können und zuerst den iPod konsultieren müssen. Der Exkurs in die Hörwelt der Basler lässt sich dennoch sehen - und hören.

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