Europa-League
Jetzt hilft dem FC Basel wohl nur noch ein Wunder zum Finaleinzug

Basel bezog gegen Chelsea im ersten Europacup-Halbfinal-Heimspiel der Klubgeschichte eine bittere 1:2-Niederlage. David Luiz stürzte den FCB in der 94. Minute mit einem abgelenkten Freistoss ins Unglück.

Markus Brütsch
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Schär im Zweikampf gegen Moses
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Der maskierte Fernando Torres im Duell mit Fabian Frei
Trainer Yakin treibt seine Leute an
Heimweh-Zuschauer Xherdan Shaqiri
Prominenter Zuschauer Roger Federer
Chelseas Victor Moses mit Showeinlage nach seinemTreffer
Schär versenkt den Penalty
Die Basler bedanken sich für den Support im St.-Jakob-Park
Der FC Basel empfängt Chelsea im Europa-League-Halffinal

Schär im Zweikampf gegen Moses

Fassungslos lässt sich Fabian Schär auf den Rasen fallen. Er weiss, der grosse Traum vom Final und vielleicht sogar dem Gewinn der Europa League, ist so gut wie ausgeträumt. Es wird mit der allergrössten Wahrscheinlichkeit der FC Chelsea sein, der am 15. Mai in Amsterdam versucht, erstmals und ein Jahr nach seiner Premiere in der Champions League diesen Wettbewerb zu gewinnen. Nur ein Wunder an der Stamford Bridge kann die Basler, die dann auf den gesperrten Aleksandar Dragovic verzichten müssen, noch vor dem Ausscheiden bewahren.

Es wäre auch zu schön gewesen, hätte es der FCB nach der grossartigen Champions-League-Kampagne in der letzten Saison nun in der Europa League als erster Schweizer Verein in einen europäischen Final geschafft. Gleichwohl wird er in einer Woche, nach dem Rückspiel in London, die internationale Bühne erhobenen Hauptes verlassen, denn erstmals in seiner Klubgeschichte hatte er es in einen europäischen Halbfinal geschafft und dabei so prominente Gegner wie Dnjepr, Zenit und Tottenham aus dem Weg geräumt.

Am Donnerstagabend allerdings scheiterte er bei seiner ersten Heimniederlage in dieser Europa-League-Saison an einem stärkeren Gegner. Zwar war nach dem geschenkten Penalty nach einem angeblichen Foul an Valentin Stocker und dem Tor zum 1:1 durch Schär zwei Minuten vor Schluss die Hoffnung in den St. Jakob-Park zurückgekehrt, doch in der vierten Minute der Nachspielzeit bedeutete ein haltbarer Freistoss von David Luiz gleichwohl die Niederlage.

Chelsea wenig anfällig in der Defensive

Während der Basler Trainer Murat Yakin die erwartete Aufstellung auf den Rasen geschickt hatte, beorderte sein Gegenüber Rafael Benitez seine Filigrantechniker Oscar und Juan Mata auf die Ersatzbank. Dazu hatte der spanische Trainer wieder zum Mittel zurückgegriffen, den brasilianischen Innenverteidiger David Luiz als «Staubsauger» ins Mittelfeld vorzuziehen.

Mit dem für den FC Basel unangenehmen Effekt, dass ihm die Räume fehlten, um sein Angriffsspiel aufzuziehen. Er sah sich gezwungen, viel häufiger als ihm lieb war und es seiner Spielphilosophie entspricht, in die Breite zu spielen. Vor allem aber waren die Flügel Stocker und Mohamed Salah einer ihrer wirksamsten Waffen, der Schnelligkeit beraubt. Und als Stocker dann doch einmal die Lücke fand, mit Speed in die Mitte zog, traf er mit seinem Schuss nur den Pfosten (48.).

Anders als Tottenham vor zwei Wochen war Chelsea nicht gezwungen, etwas zu unternehmen und wirkte wohl nicht zuletzt deshalb weniger anfällig in der Defensive als der in der Premier League einen Zähler und einen Rang zurückliegende Londoner Stadtrivale. Gut ins Konzept gepasst hatte den Blues unter diesen Konditionen gewiss der frühe Führungstreffer. Nachdem Yann Sommer einen Schuss von Frank Lampard in Corner gelenkt hatte, fand dieser mit seiner Hereingabe Victor Moses, der die Kugel zum 1:0 (12.) ins Tor lenkte. Anders als gegen die Spurs fand der FCB, der bei einem Pfostenschuss von Fernando Torres (54.) noch Glück gehabt hatte, erst in den Schlussminuten zur gewünschten Reaktion. Das war indes zu wenig gegen diesen FC Chelsea.