Thomas Meier, wie reagieren Sie als Geschäftsleiter der Guber Natursteine AG auf die Kritik an ihren Bodenplatten? Zu porös sollen sie sein und deshalb «versifft».

Thomas Meier: Es ist ein grundsätzliches Phänomen von Natursteinen, dass der Belag Fett und Öl aufsaugt. Der grosse Vorteil ist aber, dass die Substanzen mit der Zeit und auf natürliche Weise wieder herausgeschafft werden. Zudem ist unser Naturstein einer der am wenigsten porösen, sonst könnten wir daraus nicht seit über 100 Jahren Pflastersteine herstellen.

Ihre Steine sind nicht nur in Basel, sondern in zahlreichen anderen Schweizer Städten verlegt – hatten sie noch nie solche Reklamationen?
Nein, bisher sind keine Reklamationen bis zu uns durchgedrungen, auch nicht aus Aarau, wo unsere Steine schon sein vielen, vielen Jahren die Altstadt prägen. Einzig aus der Ostschweiz hatten wir einmal einen aufgebrachten Anruf eines Kunden.

Weshalb?
Dort hatten wir einen Bootsausstieg mit Quarzsandstein-Platten belegt und kurz darauf hat ein Lastwagen auf dem neuen Belag viel Motorenöl verloren. Der Bauherr wollte die total verschmierten Platten sofort auswechseln - ich sagte ihm, er solle ein paar Monate warten. Und tatsächlich hat sich der Stein regeneriert.

Das Problem an der Basler Fast-Food-Meile ist, dass täglich neue Döner-Sauce dazu kommt...
Ja, aber das ist doch ein gesellschaftliches Problem. Dass die Menschen alles auf den Boden werfen und liegenlassen, obwohl es überall Abfalleimmer hat, dafür kann doch unser Naturstein nichts. Es ist schon so, dass gerade bei neuen Belägen solches Verhalten unschöne Spuren hinterlassen kann.

Sie sagen «bei neuen Belägen» - verändert sich denn der Stein mit den Jahren und entschärft das Problem?
Ja, der Stein setzt mit den Jahren eine natürliche Patina an, dann fallen einzelne Flecken nicht mehr so auf. Das ist auch der Vorteil anderer, dunklerer Natursteine. Auf diesen sieht man insbesondere die schwarzen Kaugummiflecken schlechter, rein vom Kontrast her.

Sie machen sich trotzdem keine Sorgen, dass sie künftig keine Steine mehr nach Basel liefern können.
Nein. Wie soll ich das sagen, ohne dass es sich unhöflich anhört? Die Kritik an unserem Stein kam sicher nicht von einem Experten... Unsere Steine werden jährlich geprüft und müssen zahlreiche Richtlinien erfüllen, ansonsten hätten wir das Submissionsverfahren in Basel gar nicht gewinnen können. Was ich der Politik raten würde, wäre eher, das Problem an der Wurzel zu packen und dafür zu sorgen, dass Kaugummis und Dönerresten nicht mehr auf dem Boden landen. Zum Beispiel mit viel höheren Littering-Strafen.