Kommentar

Jetzt über die Neugestaltung des Barfüsserplatzes diskutieren

Joël Thüring wünscht sich einen Barfi ohne Tram-Chaos.

Joël Thüring wünscht sich einen Barfi ohne Tram-Chaos.

Der SVP-Grossrat Joël Thüring hat am Donnerstag neue Ideen zur Umstrukturierung des Barfüsserplatzes geäussert. Er möchte gerne das Tram-Chaos beheben und somit den Platz aufwerten.

SVP-Grossrat Joel Thüring verspürt Rückenwind: Am 18. Mai haben die Basler Stimmberechtigten Nein gesagt zur 68 Millionen Franken teuren Tramverbindung vom Badischen Bahnhof in die Erlenmatt. Nun, knapp einen Monat später, holt Abstimmungssieger Thüring zum nächsten Schlag aus: Mit mehreren Vorstössen fordert er, dass zwischen Barfüsser- und Marktplatz der Tramverkehr neu geordnet wird - um eine bessere Nutzung der beiden Plätze zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass Grünen-Grossrätin Mirjam Ballmer hinter den Ideen Thürings einen generellen Angriff auf den Tramverkehr in der Innenstadt vermutet.

Einige Ideen des rechtsbürgerlichen Politikers scheinen unausgegoren. Macht es wirklich Sinn, die Haltestelle am Marktplatz aufzuheben? Ergäben sich mit der Verlegung am Barfüsserplatz neue Probleme? Die Ideen ohne Prüfung abzulehnen wäre aber falsch: Thüring stellt die richtigen Fragen: Müssen wirklich so viele Tramlinien durch denselben Innenstadt-Korridor führen? Würde eine Reduktion die Aufenthaltsqualität erhöhen? Fragen, die im Drämmli-verliebten Basel an Tabus kratzen, aber umso dringender untersucht werden müssen. Zudem stellt Thüring öV-Erschliessung und Nutzung der Plätze in einen Zusammenhang; eine gesamtheitliche Sicht, die befruchtend wirkt.

Die Gelegenheit ist günstig, die - an sich alte - Debatte neu zu führen: Herzog & de Meuron bauen bis 2019 das Stadtcasino um. In diesem Kontext muss auch über die Umgestaltung des Barfi diskutiert werden. Jetzt - nicht erst in zehn Jahren. Und mit Ideen, die über das Platzieren neuer Bänkli oder Blumen rabatten hinausgehen.

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