FCB-Trainer Heiko Vogel war vergangenen Samstag nach dem 1:0 gegen den FC Zürich eigentlich der grosse Sieger. Dennoch entschuldigte er sich bei FCZ-Trainer Urs Fischer – wegen des schlechten Rasens.

«Unterste Schublade», «miserabel», «Acker», so sein Verdikt. Die Stadionbetreiberin Basel United traf diese Kritik. «Von Heiko Vogel hätte ich mir mehr Verständnis erhofft», sagt Geschäftsführer Thomas Ulrich zur bz. Auf deutlichere Worte gegenüber dem FC Basel – seinem wichtigsten Kunden – verzichtet er wohlweislich.

Rasenlampen als letzte Hoffnung

Stattdessen warb Ulrich gestern mit einem Communiqué um Verständnis. «Wir wollen aufzeigen, dass wir seit Wochen keinen Aufwand scheuen und keineswegs nur auf schönes Wetter warten.»

Die Rasenqualität sei seit dem Start der Rückrunde vom 5. Februar gegen Sion tatsächlich schlecht. Doch man müsse die Umstände beachten: Der Wintereinbruch wenige Tage zuvor mit Temperaturen von über Minus 15 Grad sei eine grosse Belastung gewesen.

«Als wir dem Druck des FCB nachgaben, das Spiel durchzuführen, wussten wir um die Konsequenzen», sagt Ulrich. Rückblickend hätte Basel United auf einer Verschiebung der Partie bestehen sollen. In den zwei Wochen bis zum Champions-League-Match gegen Bayern München konnte sich der Rasen kaum erholen.

«Es ist ein Trugschluss, dass mit einer Rasenheizung alle Probleme gelöst sind», sagt Ulrich. Man habe sie «bis an die Grenze des rechtlich Zulässigen» eingesetzt, doch die oberste Bodenschicht bliebe bei solchen Temperaturen gefroren.

Das Resultat: eine glitschige Zwischenschicht. Diverse Experten bescheinigten Basel United, alles versucht zu haben. Das Einzige, was bleibt: wie die Münchner in ihrer Allianz-Arena mit Rasenlampen das Wachstum zu beschleunigen. Ulrich: «Das kostet ein Vermögen, doch wir prüfen tatsächlich eine kleinere Variante dieses Systems.»