Feierstimmung im ersten Haus der Stadt: Im «Grand Hotel Les Trois Rois» am Basler Blumenrain knallten gestern Mittag die Champagnerkorken. Der renommierte Gastroführer Gault Millau vergab den Titel «Hotel des Jahres» erstmals an das Fünf-Sterne-Haus am Grossbasler Rheinufer.

Die Feierlichkeiten fanden in Anwesenheit des Eigentümers statt: Medizinaltechnik-Unternehmer Thomas Straumann (Straumann Implantate, Medartis) hatte das damals arg angestaubte Haus vor mehr als zehn Jahren übernommen und es für mehrere Millionen Franken in den heutigen Zustand bringen lassen. Zwischenzeitlich hatte sich Straumann mit dem Verkauf des Hauses getragen, 2014 jedoch machte er einen Rückzieher vom Rückzieher und blieb dem «Trois Rois» seither als Eigentümer verbunden.

Das Duo: Chefkoch Knogl und Direktorin Wegmann

Es sind vor allem zwei Figuren, die das Basler Hotel seit einigen Jahren prägen. Da ist zum einen Chefkoch Peter Knogl, der sein Signature-Restaurant «Cheval Blanc» zu einer der wichtigsten Adressen in der Schweizer High-Class-Gastronomie gemacht hat. Zum anderen spielt Direktorin Tanja Wegmann eine tragende Rolle. Sie lenkte bereits bei der Wiedereröffnung 2006 die Geschicke des «Trois Rois» und ist seit März 2018 wieder in derselben Funktion an Bord.

Die kleine Ironie der Erfolgsgeschichte: Zwischenzeitlich hatte Wegmann die Geschäftsführung des Uhrenherstellers Carl F. Bucherer AG in Zürich inne. Dessen Präsenz war wiederum gestern als Hauptsponsor des Gault Millau unübersehbar. Knogl und Wegmann erhielten sogar zwei Luxusuhren von Bucherer begleitend zum Titel «Hotel des Jahres» überreicht.

Kleinbasler Verlust: «Les Quatre Saisons» schliesst

Derweil aus dem Kleinbasel eher düstere Nachrichten, die Liebhaber der Basler Hochklasse-Gastronomie erreicht. Chefkoch Peter Moser vom «Les Quatre Saisons» geht vorzeitig in den Vorruhestand. Dies vermeldet ebenfalls der Gault Millau auf seinem Online-Portal.

Damit geht an der Clarastrasse eine langjährige Tradition zu Ende. Mit Mosers Weggang nach 33 Dienstjahren per Ende Dezember 2019 wird auch das «Les Quatre Saisons» Geschichte sein. Moser erhielt zuletzt 18 Punkte vom Gault Millau und wurde mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Der Gault Millau sei ihm zu Dank verpflichtet, heisst es: Er habe die Macher 31 Jahre lang bei jedem Besuch begeistert. Seine Nummer 2, Souschef Robert Claudio Stöckl, bleibe dem «Pullmann’s», dem das «Les Quatre Saisons» angegliedert ist, nicht nur treu, sondern er werde als neuer Chef das «Les Quatre Saisons» während der Baselworld für ein paar Tage öffnen.

Mit dem «Les Quatre Saisons» verliert Basel eine der wenigen Adressen der Hochgastronomie im Kleinbasel. Doch die Nachfolger stehen schon bereit: So haben sich im Gault Millau 2019 mit dem «Roten Bären» und dem «Ufer 7» mit je 13 Punkten zwei neue Sterne am Speisefirmament der Stadt gezeigt. Darüber hinaus darf man gespannt sein, ob das «Krafft» diesen Oktober im Gault Millau die eingebüssten Punkte wieder gutmacht.