Lockdown

Jubel wegen Montag? Nein, sagen beide Basel: Die Schritte in Richtung Corona-Öffnung erfolgen zaghaft

Dieses Bild ist mittlerweile sinnbildlich für den Lockdown in Basel: Leere Innenstadt, überall rote Plakate.

Dieses Bild ist mittlerweile sinnbildlich für den Lockdown in Basel: Leere Innenstadt, überall rote Plakate.

Am Montag wird der Lockdown des Bundes erstmals minimal gelockert. Beide Basel mahnen aber zur Vorsicht, derweil Basel erste Zahlen analysierte und das Baselbiet ein Testzentrum in Lausen schliesst.

Mit dem Beginn der ersten Lockerungsmassnahmen des Corona-Lockdowns per kommenden Montag, 27. April, rufen die Kantone zur Vorsicht auf. Insbesondere Basel-Stadt: Am Freitag äusserte sich Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger vor den Medien, unter anderem zur Statistik der in Basel erfassten Coronafälle, aber auch zum weiteren Vorgehen betreffend Öffnung des Lockdowns.

Engelberger drückte sich zurückhaltend aus: Die Erwartungen an die Lockerung seien zurzeit vielleicht fast schon etwas zu gross. Man dürfe nicht davon ausgehen, dass sich gegenüber heute Wesentliches ändere. «Niemand hat Erfahrungen mit dieser Situation, weder die Laien noch die Experten. Die Situation ist komplett neuartig.» Es sei davon auszugehen, dass Corona unser Leben weiterhin stark prägen werde.

Die gewählte Ausdrucksweise kam nicht von ungefähr, denn mehr als warnen kann der Kanton im Wesentlichen nicht. Der Lockdown beruht auf Weisungen des Bundesrates, ebenso die Lockerungen der Vorschriften. Insgesamt nutzte Engelberger die Gelegenheit eher, um die Bevölkerung moralisch bei der Stange zu halten.

Erst auf Reisen angesteckt, dann in den Heimen

Zahlenseitig gibt es allerdings einige Erkenntnisse. So wurde die Spitze der Hospitalisierten bereits am 1. April erreicht, danach gingen die Zahlen zurück. Von den insgesamt 936 an Corona erkrankten Baslerinnen und Basler sind deutlich über 80 Prozent wieder gesund. Dennoch wurden 46 Todesfälle gezählt «und es ist mit weiteren zu rechnen», sagte Kantonsarzt Thomas Steffen. Klar ist auch, dass es die Älteren besonders trifft. Punkto Sterblichkeit liege das Durchschnittsalter im Kanton bei über 80 Jahren, es waren marginal mehr Frauen betroffen. Bei den Ansteckungen wurde der grösste Teil in der Altersgruppe zwischen 20 und 60 Jahren sowie bei den noch Älteren verzeichnet.

Bemerkenswert ist auch: Vor dem Lockdown wurden die meisten Ansteckungen auf Ferien oder Reisetätigkeiten zurückgeführt. Während des Lockdowns aber änderte sich das. Die meisten Ansteckungen werden heute noch im Familienkreis, in Heimen oder in Spitälern verzeichnet. Das lasse darauf schliessen, dass die getroffenen Massnahmen durchaus deutliche Wirkung entfaltet haben.

Lausner Abklärungsstation wird geschlossen

Das Baselbiet, mit dem sich Basel-Stadt laut Engelberger über die weiteren Schritte regelmässig austauscht, beliess es am Freitag bei Medienmitteilungen. Der Löwenanteil machten dabei Informationen zum Umgang mit den schulischen Abschlussprüfungen aus. Klar ist bereits, dass die Corona-Abklärungsstation in Lausen per 30. April geschlossen wird. Sie bleibt bis zu den Sommerferien noch in Bereitschaft, testet aber nicht mehr. Dies im Gegensatz zu Münchenstein, wo täglich immer noch von 8 Uhr bis 20 Uhr Coronatests durchgeführt werden können. Sämtliche Einrichtungen, die nun wieder geöffnet werden, müssen zudem über Schutzkonzepte verfügen. Dazu gehören Praxen aus dem Gesundheitsbereich, aber auch Coiffeursalons.

Derweil wird im Baselbiet das Engagements des Krisenstabs wieder heruntergefahren. Das Gremium, das den Kanton weitgehend führte, gibt nun schrittweise wieder Kompetenzen an die jeweiligen Direktionen ab.

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