Das FC-Basel-Wappen gehört schon fast zum Stadtbild. Kaum eine Strasse, an der nicht mindestens eine Fahne des Klubs im Wind flattert. In den vergangenen Wochen sind auch auffällige Plakate mit dem Logo aufgetaucht. Sie stellen meist historische Wappen des FC Basel dar. Gezeichnet sind die Plakätli jedoch nicht – und so ist nicht klar, wer hinter der Kampagne steckt.

Es gibt aber Hinweise auf die Urheberschaft und den Zweck der Aktion. Zumindest in einem Fall besteht das Motiv aus einem Schriftstück, das für den Club eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt. Es handelt sich um die Annonce, die am 12. November 1893 in der «Basler Nationalzeitung» erschienen ist.

Die Inserenten laden zur «Gründung eines Footballklubs», steht da in Frakturschrift. Interessierte sollen «im oberen Saale der Schuhmachern-Zunft zu einer Besprechung» zusammen kommen, und zwar «nächsten Mittwoch Abends 8 1/4 Uhr».

FC Basel weiss von nichts

Dieses Treffen jährt sich am kommenden Donnerstag, 15. November, zum 125. Mal. Am Abend steigt die offizielle Jubiläumsgala des FC Basel, «125 Joor FCB», in der Eventhalle der Messe Basel.

Parallel dazu führt die Muttenzerkurve eine alternative Veranstaltung durch, zusammen mit anderen Einrichtungen. Sie beginnt mit einem Spaziergang vom Barfüsserplatz zum alten Landhof-Stadion. Dort erwarten die Teilnehmer laut Programm Installationen, ein Buffet und Konzerte. Ausklingen wird der Abend ab 23 Uhr in der Rundhofhalle mit einem «musikalischen Schlussbouquet». Weil die Jubiläumsgala vis-à-vis um 23.15 Uhr endet, werden die beiden Festgesellschaften den Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Beim FC Basel weiss man aber nichts über die Urheber der Guerilla-Kampagne in der Stadt. «Da scheint sich jemand auf den bevorstehenden FCB-Geburtstag zu freuen und tut es auf diese Weise kund», sagt Mediensprecher Simon Walter. Der FCB wirbt für seine Gala mit Prospekten, mit E-Mails an die Jahreskartenbesitzer und auf seinen digitalen Kanälen – nicht jedoch mit Plakaten. Auf der Website www.125joor.ch, die für die alternativen Festivitäten wirbt, ist ebenfalls kein Hinweis auf die Aushänge zu finden.

100 Franken Busse – pro Plakat

Das hat einen guten Grund. Wildplakatieren ist in Basel nicht erlaubt, zumindest nicht auf Allmend und abseits der offiziellen Plakatstellen. Die FCB-Plakätli prangen zwar meist von Privathäusern, zumindest in einem Fall ist aber auch eine Stele auf Allmend beklebt.

André Frauchiger, Sprecher des Basler Tiefbauamts, sagt auf Anfrage, man versuche in solchen Fällen, den Verursacher auszumachen. «Werden wir fündig, gibt es zuerst eine Verwarnung. Im Wiederholungsfall wird eine Busse ausgesprochen, sie beträgt 100 Franken pro Plakat.»

Bei den FCB-Plakätli wisse man noch nicht, wer zur Verantwortung zu ziehen sei, sagt Frauchiger. Die wilden Aushänge auf Allmend würden regelmässig entfernt.

Auch ohne Guerillaplakate ist die Nachfrage nach der Gala gross. Laut FC Basel sind fast alle der 1250 Plätze in der Eventhalle verkauft. Wer noch Tickets kaufen wolle, schreibt Walter, müsse sich beeilen.