Standortbestimmung

Jüdische Karger-Bibliothek bleibt bis Juni geschlossen

Karger-Bibliothek bleibt geschlossen. (Symbolbild)

Karger-Bibliothek bleibt geschlossen. (Symbolbild)

Die Bibliothek der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) ist ab dem 1. April bis zu den Schulsommerferien geschlossen. Dies teilt der neue IGB-Präsident Emmanuel Ullmann in einem Schreiben mit. Die Karger-Bibliothek an der Leimenstrasse 24 umfasst rund 30000 Medien der Basler Verlegerfamilie Karger.
Gemäss des jüdischen Wochenmagazins «Tachles» stand die Weiterführung der Bibliothek in den vergangenen Jahren mehrfach zur Diskussion. Grund sind die Sparmassnahmen der IGB. Die Bibliothekskommission habe den Vorstand deshalb ein Konzept zum Erhalt der Bibliothek vorgelegt. Bisher sei das Schreiben der Gemeinde nicht vorgestellt worden. An der vergangenen Gemeindeversammlung der IGB sei die Institution erneut diskutiert worden. 2018 habe der Betrieb der Bibliothek die Gemeinde 16 612 Franken gekostet.

«Tachles» berichtete bereits im September 2019 über eine mögliche Schliessung der Bibliothek. Der Vorstand der IGB widerspricht den Gerüchten mit seinem neusten Schreiben nur bedingt. Die vorübergehende Einstellung des Bibliothekbetriebs sei nötig, um eine Standortbestimmung und eine Begutachtung durchzuführen. Dies wäre bei gleichzeitiger Öffnung der Institution schwer umsetzbar, schreibt Ullmann. Weiter verabschiedet die IGB den Bibliothekaren Edouard Selig. Er wird Ende März in den Ruhestand treten. Auch darum kommt eine vorübergehende Schliessung der Bibliothek gelegen.

Vorstand legt Liste von Büchern an

Bis Ende Juni will der Vorstand der IGB der Gemeindeversammlung einen Vorschlag vorlegen: Darin enthalten ist eine Liste, «welche Bücher sinnvollerweise in Zukunft wo angeboten werden». An diesem Termin werde der Vorstand ausserdem weiter informieren und die Gemeinde involvieren. (sil)

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