Bandräume in Basel – eine ewige und leidige Diskussion. Einige finden Unterschlupf in einem Luftschutzkeller. Wer weniger Glück hat, dem bleiben als Möglichkeiten eigentlich nur noch, den Keller des Elternhauses umzubauen oder sich in einem relativ teuren Bandraumkomplex einzumieten, von denen es dann aber auch nicht so viele gibt. Ähnlich schwierig präsentiert sich die Situation bei den Auftrittsmöglichkeiten. Nicht nur für junge Bands, sondern auch für ältere, die es nicht in die regionale Topliga geschafft haben.

«Ich glaube, wir hätten in Basel noch viel mehr gute und erfolgreiche Bands, wenn wir mehr zusammenarbeiten würden», meint dazu David Christen, der zusammen mit Jeroen van Vulpen das Projekt «Jukebox» ins Leben gerufen hat.

Neben der Raumproblematik sehen sie im Konkurrenzdenken einen grossen Knackpunkt. Die meisten Fördermittel basierten auf Wettbewerbsformaten, bei denen die meisten Bands zwangsläufig auf der Strecke bleiben.

Ihnen schwebt etwas ganz anderes vor: Ein Haus, in dem sich im Parterre eine Lounge und ein Restaurant befinden, darüber Bandräume, ein Tonstudio, ein Fotostudio und Räume für Musikunterricht. Zudem können Instrumente und Effektgeräte ausgeliehen werden.

Selbstverständlich finden in der Lounge auch Konzerte statt. Ein Haus von Musikern – die beiden spielen selbst in Bands – für Musiker.

220 Franken für zwei Stunden

Mit unterschiedlichen Abos kann sich eine Band stundenweise einmieten. Das Equipment wird dabei jeweils versorgt. Was bleibt, sind Tontechnik und Schlagzeug. So kann ein Raum von mehr als drei oder vier Bands genutzt werden. Im Abo enthalten sind Nutzung der Studios, die Instrumentenausleihe und Rabatte bei der Miete des Lokals.

Das Konzept erinnert an das «Rockfact» auf dem Walzwerk-Areal in Münchenstein, und auch Christen sieht eine gewisse Ähnlichkeit. Allerdings sei das «Rockfact» lange eine geschlossene Runde gewesen, zu der nur Gruppen, die Mieter waren, Zugang hatten.

Zudem sei die Lage nicht sehr optimal und die Mietpreise ziemlich hoch. Mit einem Abopreis von 220 Franken für ein Abo, das zwei Stunden Proberaumnutzung mit einschliesst, sind sie tatsächlich eher günstig, speziell für Bands, die nur wenig proben.

Und an der Lage arbeiten sie noch. Einige interessante Objekte haben sie schon gefunden, bei der Finanzierung hapert es noch. Immerhin hat ein Gönner bereits die Hälfte der Investitionskosten gesprochen und Gespräche mit Stiftungen wie GGG und CMS laufen. Und der Rockförderverein – Popförderung und Musiknetzwerk der Region Basel? «Den haben wir schlicht vergessen», grinst Christen. Man werde aber das Gespräch suchen, sobald das Projekt stehe.

«Bei anderen Institutionen fehlt uns die Philosophie des Gemeinsamen», bedauern die beiden. Ihre «Jukebox» bauen sie als «Verein unabhängiger Musikerinnen und Musiker Basel» auf, einzig der Restaurantbereich soll als GmbH geführt werden. «Wir wollen, dass ‹Jukebox› für die Nutzer zu ihrem Lokal wird, wo sie sich gerne aufhalten.» Nur so kann ihr Konzept zu dem werden, was die Planer wünschen: ein Zentrum für die Basler Bandkultur.