Armee

Junge Basler leisten wieder häufiger Militärdienst

Da mussten alle jungen Basler und die freiwillig anwesenden Baslerinnen durch: Beinheben bei der Rekrutierung.

Da mussten alle jungen Basler und die freiwillig anwesenden Baslerinnen durch: Beinheben bei der Rekrutierung.

Die Armee steht bei den Baslern höher im Kurs als auch schon: Die Tauglichkeitsrate stieg zwischen 2007 und 2011 um 8,6 Prozentpunkte – und niemand weiss warum. Mit rund 61 Prozent Diensttauglichen liegt Basel-Stadt aber immer noch unter dem Wert ländlicher Kantone.

Der Nationalrat will die Wehrpflicht nicht aufheben. Die entsprechende Initiative der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) wurde am Dienstag nach zweitägiger Beratung in der grossen Bundeskammer mit 121 zu 56 Stimmen bei sechs Enthaltungen deutlich abgelehnt.

Damit werden die Basler Stellungspflichtigen auch weiterhin periodisch für ihre Aushebung ins Rekrutierungszentrum im aargauischen Windisch einrücken. Dort werden die jungen Männer und freiwillig eingerückte Frauen auf ihre Militärtauglichkeit geprüft. Lag die Tauglichkeitsrate der jungen Baslerinnen und Basler im Jahr 2007 noch bei 52,6 Prozent, so waren es im vergangenen Jahr 61,2 Prozent. Den grossen Sprung gab es vor knapp fünf Jahren. Von 2007 auf 2008 stieg die Tauglichkeitsrate für den Kanton Basel-Stadt um gut acht Prozentpunkte auf 60,7 Prozent. Weshalb das so ist, kann auf Anfrage der bz aber niemand schlüssig begründen.

Nicht einmal Oberst Roland König, Kommandant des für Basel zuständigen Rekrutierungszentrums Windisch. Er kann zwar die Zahlen bestätigen, ist ob der möglichen Tatsachen, die zu diesem Anstieg geführt haben könnten, aber ratlos. «Grundsätzlich gilt für die ganze Schweiz: Je ländlicher ein Kanton, desto höher ist dessen Tauglichkeitsrate», so König. Das bestätigt auch der Vergleich der Basler Tauglichkeitsrate mit derjenigen des Baselbiets: Diese lag im Jahr 2007 auf 66,6 Prozent, also gut 14 Prozentpunkte höher. Im vergangenen Jahr wurden 72,4 Prozent für tauglich befunden. Dieser Wert liegt gut 11 Prozentpunkte über demjenigen Basels.

Kein schweizweiter Plus-Trend

Auch an der medizinisch-psychologischen Beurteilung bei der Rekrutierung kann es nicht liegen. Denn hier seien im genannten Zeitraum keine grossen Änderungen vorgenommen worden, wie der Militärärztliche Dienst auf Anfrage mitteilt. Gestützt wird diese Aussage dadurch, dass schweizweit kein allgemeiner Plus-Trend in der Tauglichkeitsrate festzustellen ist. Im Gegenteil: Dieser Wert sank von 66,3 Prozent im Jahr 2007 auf 65,1 Prozent im vergangenen Jahr.

Sebastian Frehner, Nationalrat und Präsident der Basler SVP: «Der Armeedienst ist in den vergangenen Jahren sicher nicht attraktiver geworden.» Ganz allgemein sei es aber so, dass die Armee auch schon umstrittener gewesen sei. Frehner erinnert sich auch an die «Grüne Fasnacht» (bz vom Samstag): «Da haben sehr viele motivierte junge Armeeangehörige ihre Ausrüstung abgegeben. Ich habe mir schon da gedacht, dass es nicht so schlecht um unsere Armee stehen kann.»

Mirjam Ballmer, Grünen-Grossrätin, tappt ebenso sehr im Dunkeln: «Mir ist nicht bekannt, dass in Basel beispielsweise Massnahmen zur Motivationssteigerung ergriffen worden wären.»

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