Tierpark Lange Erlen
Jungstörche sterben den Nässe- und Kältetod

Wegen das nassen und kühlen Wetters starben diese Jahr sehr viele Jungstörche. In der Langen Erlen konnten nur acht Jungstörche beringt werden. Im Vergleich zum Vorjahr überlebten nicht einmal halb so viele Jungtiere den Frühling.

Tobias Gfeller
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Für die Jungstörche war dass kalte Wetter verheerend: viele von ihnen überlebten die Kälte nicht.

Für die Jungstörche war dass kalte Wetter verheerend: viele von ihnen überlebten die Kälte nicht.

Hanspeter Bärtschi

Sie lagen tot in den Horsten oder sogar tot auf dem Boden. Die Rede ist von Dutzenden von Jungstörchen, die aufgrund des kalten und nassen Wetters die ersten Monate ihres Lebens nicht überstanden. Von einem «dramatischen Storchenjahr» sprach Bruno Ris am Medienrundgang. Der Leiter des Tierparks Lange Erlen und sein Team konnten nur gerade acht Jungstörche von gesamthaft 18 Brutpaaren beringen. Im Vergleich zu den 41 im vergangenen Jahr ist diese Zahl verheerend.

Das Nahrungsangebot in Form von Insekten war aufgrund des Wetters dürftig. Um die Jungtiere bei der Kälte zu wärmen, blieben die Altstörche vermehrt in den Nestern. «Und wenn sie dann zum Futterholen ausflogen, brachten sie zusätzlich die Nässe zurück», erklärt Ris. Dies führte bei vielen zu Lungenentzündungen und ähnlichen Krankheiten, die oft tödlich endeten.

Im Basler Zolli und in der restlichen Region ging es den Störchen logischerweise nicht viel besser. 2012 seien in der ganzen Nordwestschweiz bis zu 150 Jungstörche beringt worden, erklärt Bruno Gardelli, der bei «Storch Schweiz» zuständig für die Nordwestschweiz ist. «In diesem Jahr sind es knapp sechzig.» Doch die Verantwortlichen geben gleichzeitig auch Entwarnung. «Die Störche sind deswegen nicht gefährdet. Das gehört zu den normalen Wellenbewegungen und kann als natürliche Regulation betrachtet werden», sagt Gardelli.

Grosser Aufwand für kleine Tiere

Das Versteck für Mensch und Tier - der sogenannte «Hide» - ist nun komplett fertiggestellt. Für die Parkbesucher bietet dieser die einmalige Möglichkeit, aus dem Verborgenen die Tiere auf dem grossen Weiher zu beobachten. Eingezogen sind mittlerweile auch die Laubfrösche, die Ringelnattern und die Zwergmäuse. Probleme bereitet den Tierparkverantwortlichen in den drei Terrarien die Regulation der Temperatur, weshalb oft die Scheiben beschlagen. Gemäss Tierparkleiter Ris ist der Aufwand für die Pflege der Terrarien fast so gross wie bei einem Hirschgehege.

Neue Voliere als Schutz

Für weitere geplante Bauprojekte benötigt der Tierpark natürlich Geld und Mitglieder, betont der neue Präsident des Erlen-Vereins Carlos Methner. Dank einer bereits getätigten grossen Spende kann der wichtige neue Betriebshof in Angriff genommen werden. Darin integriert werden Gesundheitsräume und ein Ökonomiegebäude mit Futterküchen für Fleisch und Vegetarisches. In einer für Besucher begehbaren Voliere sollen auf dem Areal der Zwergziegen der seltene Schwarzstorch und zahlreiche Wasservögel von Marder und Fuchs geschützte naturnahe Umgebung erhalten.

In den nächsten Jahren den Tierpark verlassen werden die nordamerikanischen Wapitihirsche. An ihre Stelle kommt der früher in der Region heimische Wisent, dem europäischen Bison. Mit diesem Wechsel will man an der traditionellen Strategie, wonach der Tierpark Lange Erlen auf einheimische Tierarten setzt, weitergeführt werden. Dazu passt die Zusammenarbeit mit Pro Natur Basel. Ab Ende Juli soll eine Ausstellung im Försterhaus den Besuchern das Thema «Weiher» näher bringen.

Ebenfalls ein spezieller und sehr beliebter Anlass war letztes Jahr die Basel Tattoo Matinee auf dem Pavillon vor dem Parkrestaurant. Drei Formationen aus dem diesjährigen Tattoo-Programm zeigen am 21. Juli ihr Können in Konzertform.

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