«Was beim Polizeieinsatz gestern an der Art Basel passiert ist, lässt das demokratische Verständnis von Polizeivorsteher Baschi Dürr zum wiederholten Male in einem schlechten Licht erscheinen», schreiben die Basler Jungsozialisten (Juso) in einer Mitteilung am Samstag. Ihrer Meinung nach war das Eingreifen der Polizei bei einer unbewilligten Kundgebung am Freitag unverhältnismässig und «in einem demokratischen Staat komplett deplaziert».

Bei der gestrigen Demonstration versammelte sich eine Gruppe von rund 30 Personen in der Nähe des Messeplatzes. Die Basler Kantonspolizei machte die Demonstranten darauf aufmerksam, dass eine unbewilligte Kundgebung nicht toleriert werde. Als die Gruppe die Warnung ignorierte und versuchte, auf den Messeplatz zu gelangen, wurden sie von der Polizei angehalten.

34 Kundgeber wurden auf den Polizeiposten mitgenommen, um eine Personenkontrolle durchzuführen. Alle wurden im Verlauf des Abends wieder entlassen.

Der gestrige Vorfall erinnert an die umstrittenen und viel diskutierten Geschehnisse von vor einem Jahr. Damals musste die Basler Polizei ebenfalls den Messeplatz räumen und setzte dazu Gummischrot ein. Grund für diese Massnahme waren Demonstranten, die sich neben den Favela-Kunstobjekten niederliessen und die anrückenden Polizisten mit Stühlen, Flaschen und Farbbeuteln bewarfen.

Vor allem stören sich die Juso daran, dass im Rahmen der Art Auftritte von Performance-Künstlern auf dem Messeplatz von der Polizei ignoriert werden, aber bei «einer polizeikritischen Aktion» hart eingeschritten werde, wie sie schreiben. Aus Sicht der Juso sei das Verhalten der Polizei ein Skandal und Dürr missachte das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung.

Deshalb fordern die Juso den Rücktritt von Sicherheitsdirektor Baschi Dürr. (zam)