Weil am Rhein
Käferalarm: Aggressiver Laubholzfresser am Rhein entdeckt

In Weil am Rhein sorgt der asiatische Laubholzbockkäfer für Furore. Der exotische Holzfresser wurde am Hafen entdeckt. Er befällt neben geschwächten auch gesunde Bäume. Zurzeit ist der Käfer in der Schweiz noch nicht verbreitet.

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Asiatischer Laubholzbockkäfer

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Zur Verfügung gestellt

Die gefährlichen Holzschädlinge sind mit einer Schiffsfracht im Verpackungsholz eingeschleppt und als lebende Käfer gefunden worden. Die Käfer stammen dem ostasiatischen Raum, vor allem dem südlichen China, Korea und Japan. Sie werden europaweit als Quarantäneschädlinge für Pflanzen oder Pflanzenerzeugnissen eingestuft.

«Insgesamt wurden fünf lebendige Käfer am Hafen von Weil am Rhein gefunden», bestätigt Stephan Ramin vom Kantonalen Pflanzenschutzdienst. Auch Larven, die etwa die Grösse eines kleinen Fingers einer Männerhand erreichen und dementsprechend grosse Bohrlöcher hinterlassen, wurden von Hafen-Arbeitern entdeckt. «Dementsprechend werden nun verschärfte Kontrollen von Import-Sendungen durchgeführt, denn sobald diese Laubholz-Larven Holz besiedeln fressen sie auch grünes Jungholz, was zum Absterben von Kronenteilen und schliesslich dem Zerfall des ganzen Baumes führt», erklärt Ramin weiter.

Grosse Schäden drohen

«Momentan besteht noch kein Handlungsbedarf. Die Kantone Baselland und Baselstadt sind informiert. Am Hafen werden mehrere Monitorings, also Beobachtungen und Überwachungen durchgeführt, um sicher zu stellen, dass keine weiteren Käfer vorhanden sind», so Ramin.

Dieses Quarantäneinsekt kann enorme wirtschaftliche Schäden anrichten, sobald es sich ausbreitet und das Weibchen Eier in mehreren Bäumen ablegt. Denn asiatische Länder, vor allem China, sind wichtige Holzimport-Partner von Deutschland und der Schweiz. Wenn sich also solche Käfer ausbreiten und Bäume befallen, müssten die Holzimporte aus China strenger kontrolliert oder gar ganz gestoppt werden.

Funde in der Schweiz 2006

Im Jahr 2006 kam es im Kanton Aargau zu einem ähnlichen Fall. In einem Gartenbaugeschäft wurde ein riesiger Käfer als chinesischer Laubholzbockkäfer identifiziert. Dieser kam über Belgien in die Schweiz mit einer Sendung von Fächerahorn-Bäumen, die ursprünglich von Japan stammten. Ausbreiten konnte sich dieser dank frühzeitigem Fund nicht, denn die übrigen Fächerahorne wurden umgehend vernichtet.