Der Basler SP-Nationalrat Beat Jans bestätigt nun, was die «Schweiz am Wochenende» bereits berichtet hatte: Er wird in das Rennen um die parteiinterne Nomination für die Ständeratskandidatur steigen. Damit ist er in diesem Wahlkampf der direkte Gegenspieler der Basler SP-Finanzdirektorin Eva Herzog. Deren Ambitionen auf die Nachfolge von SP-Ständerätin Anita Fetz sind schon lange bekannt.

Damit kommt es im Nominationsverfahren der grössten Basler Partei nun doch noch zu einer Kampfwahl. Für Herzog wäre die Wahl in den Ständerat der nächste Schritt auf der politischen Karriereleiter, der sie direkt von der Exekutive in die Kleine Kammer der eidgenössischen Legislative führen würde. Für Jans wäre die Wahl eine logische Folge von mittlerweile acht Jahren Bundespolitik im Nationalrat.

Beide Politiker sind in Basel profiliert. Jans gilt als dezidiert Linker innerhalb der SP, Herzog hingegen vertritt den gemässigten und wirtschaftsnahen Flügel, allein schon aufgrund ihres Amtes als Finanzdirektorin des Kantons. Mit ihrer Vorreiterrolle im Abstimmungskampf um die Unternehmenssteuerreform III eckte sie vor allem innerhalb der Linken an.

LDP-Eymann will auch

Jans bestätigt, dass er seine Absichten auf eine Doppelkandidatur als Ständerat und Nationalrat im Dezember der Parteileitung mitgeteilt hatte. Es hatten auch schon Treffen zu dritt stattgefunden: zwischen Parteipräsident Pascal Pfister, Nationalrat Jans und Regierungsrätin Herzog. Man stehe im Dialog und verweist darauf, dass das Nominationsverfahren der Partei ohnehin erst in einem Jahr durchgeführt werde.

Durch die Ansage Jans’ habe sich für sie nichts geändert, sagt Herzog gegenüber dieser Zeitung: «Das Amt ist für eine Person wie mich, die sich mit voller Energie für die Interessen des Kantons Basel-Stadt einsetzt und das auch weiterhin machen will, natürlich sehr interessant.» Nun hat die SP nicht mehr nur eine einzelne Anwärterin auf den Sitz, sondern auch die Wahl zwischen Frau und Mann. Angesprochen darauf, sagt Herzog: «Als SP-Frau habe ich hier eine klare Meinung!» Will heissen: Auf die bisherige Ständerätin Anita Fetz soll wiederum eine Frauenkandidatur folgen.

Damit haben die Basler Genossinnen und Genossen nun zumindest die Wahl zwischen zwei Überfiguren der hiesigen SP. Eine Zerreissprobe? «Das muss die Partei aushalten können, Kampfwahlen gibt es ja immer wieder», sagt Pfister. Dem stimmt auch die bürgerliche Seite zu: «Gemessen an der Grösse der Basler SP ist eine Auswahl an Kandidaten sicher besser», sagt LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein, die ihre Ambitionen auf den einzigen Basler Ständeratssitz angemeldet hat. Noch am Freitag bekundete LDP-Nationalrat und alt Regierungsrat Christoph Eymann ebenfalls Interesse an einer Kandidatur.

«Es war bislang sehr hart, der SP den Sitz streitig zu machen», sagt von Falkenstein. Auf die Eidgenössischen Wahlen 2019 hin sei nun der beste Zeitpunkt, anzugreifen. Wer alles für die bürgerliche Seite in den Ring steigt, sei noch offen: «Das Thema ist präsent, aber noch weit von einem konkreten Stadium entfernt.»