Irgendwann, mitten in der Podiumsdiskussion, stellte Moderatorin Rahel Walser die Frage: «Gibt es denn überhaupt ein Problem in Basel?» Damit traf die SRF-Journalistin wohl ziemlich genau ins Schwarze, sprach einigen im Publikum aus der Seele und liess die Diskussion für einen Moment verstummen.

Die Thematik des Nachtleben-Sterbens in Basel hat durchaus ihre Berechtigung, war in den regionalen Medien in der Vergangenheit immer wieder prominent vertreten. Die vorläufige Schliessung des «Nordsterns» sowie des «Hinterhofs» führte zu Unzufriedenheit bei den Jugendlichen. Man hatte Angst, das Nachtleben in Basel sterbe aus. Wohl auch darum organisierte die Gruppe «Bebbi wach uff» bereits zum zweiten Mal im «neuen Kino» in der Klybeckstrasse eine Podiumsdiskussion. Die im Februar 2015 gegründete Gruppe zeigte in einem aufwendig produzierten Kurzfilm zuerst, dass nicht nur Museen und teure Restaurants Teil der Kultur in Basel sein sollen, sondern auch die Jungen ein Anrecht darauf haben, sich am Wochenende zu vergnügen.

Seit Kurzem ist jedoch bekannt: Das «Nordstern» und den «Hinterhof» wird es auch in Zukunft weiterhin geben. Verschiedene Meinungen zum Kulturgut Basel gibt trotzdem nach wie vor. Daher diskutierten Vertreter aus Politik und Kultur beim Event «Basel blib wach» engagiert über die Rolle der Partyszene in Basel. Norbert Mandel, Geschäftsführer des Z7 in Pratteln, äusserte sich kritisch: «Basel war im internationalen Vergleich immer eine Nummer kleiner. Hier gibt es keinen politischen Schutz für die Kultur. Und ohne Politik geht es einfach nicht.» Ähnlich sah das auch Philippe Bischof, Leiter Abteilung Kultur Basel: «Die Politik will alles durchreglementieren. Dies macht es natürlich schwierig für kleine Gruppierungen, ihre Plattform zu bekommen.»

Auf der anderen Seite sah dies Kantonsbaumeister Beat Aeberhard ganz anders, wollte keine grundlegenden Probleme ausmachen: «Basel ist doch eine lebendige, heterogene Stadt. Das Angebot halte ich für breit.»

Die Lösung liegt im Kompromiss

Diskussionspunkt war neben dem Angebot an Ausgangsmöglichkeiten sowie der monetären Unterstützung der Stadt auch die Lärmschutzverordnungen. Aus dem Publikum kam die Kritik, man habe zu wenig Verständnis bei Konzerten, wo oft schon kurz vor Mitternacht Feierabend ist. «Ich verstehe nicht, warum bei der FCB-Meisterfeier bis um drei Uhr morgens in der ganzen Stadt Lärm gemacht werden darf, bei einem Konzert aber nicht», tönte es aus dem Publikum.

Zu einer abschliessenden Lösung kam es bei der Podiumsdiskussion nicht. Annäherungen an einen Kompromiss für alle gab es hingegen schon. Dieser würde sich nur über eine regelmässige, gemeinsam geführte Diskussion finden lassen, bei der die Parteien ihre Wünsche klar äussern. Aeberhard: «Es scheitert nämlich oft daran, dass wir aneinander vorbeireden und gar nicht wissen, wo das Problem liegt.»

Dies soll in Zukunft besser funktionieren. Solche Abende wie im «neuen Kino» an der Klybeckstrasse helfen sicher dabei, einen Schritt in die richtige Richtung zu
machen.